Zu lange Raucherpause: Vater springt auf fahrenden ICE

 

Ein 42-jähriger Familienvater ist gestern Nachmittag im Hamburger Hauptbahnhof auf einen anfahrenden ICE gesprungen, da der Zug ohne ihn mit seinen beiden Kindern losgefahren ist. Der Grund: Eine zu lange Zigarettenpause.

 

Was ist passiert?

 

Kurz mal am Bahnsteig eine rauchen, dass dachte sich auch ein Familienvater aus Franken als er gestern Nachmittag für eine Zigarettenlänge am Bahnsteig in Hamburg den ICE nach München verlassen hat. Das Problem: Die Zigarette dauerte zu lange, die Türen haben sich geschlossen und der Zug fuhr mit seinen beiden Kindern ohne ihn los.

 

Kurzschlussreaktion

 

Geistesgegenwertig sprang der Mann auf den ICE, fuhr ein Stück mit und probierte während der Fahrt zur Tür zu klettern, um wieder in den Zug zu gelangen. Aufmerksame Passagiere bemerkten den Bahnsurfer und benachrichtigten das Zugpersonal. Der Zugbegleiter leitete umgehend eine Schnellbremsung ein, bei der zum Glück niemand verletzt wurde.

 

Absolute Lebensgefahr

 

Dennoch warnt die Bundespolizei in diesem Zusammenhang: Bahnsurfen ist absolut lebensgefährlich. Auf Grund der hohen Geschwindigkeiten könne es vorkommen, dass Bahnsurfer den Halt verlieren, gegen Hindernisse wie Oberleitungsmasten, Schilder oder Bäume prallen, oder einen Stromschlag von den 15.000 Volt führenden Oberleitungen erhalten.

 

Bundespolizei stellt Strafanzeige

 

Im Bahnhof Hamburg-Harburg wurde dann der Familienvater samt Kinder des Zuges verwiesen und von Beamten der Bundespolizei mitgenommen und verhört. Im Anschluss des Gesprächs stellte die Polizei Strafanzeige wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Das Strafmaß für eine solche Tat betrage bis zu fünf Jahre. Thomas Hippler von der Bundespolizei Hamburg ergänzt: „Wobei es immer auch Ermessenssache ist, da es schon ein Unterschied ist, ob man aus Spaß auf eine S-Bahn springt, oder aus Panik, weil die Kinder da noch drin sind.“

 

Wie hätte er sich verhalten sollen?

 

Für diese Frage hat Thomas Hippler eine ganz einfache Antwort parat: „Anstatt auf den Zug zu springen, hätte der Vater sich bei einem Mitarbeiter der Bahn, oder bei der Bundespolizei melden können, dann wären die Kinder im nächsten Bahnhof sicher aus dem Zug geholt worden. So hat er sich und andere Reisende durch die Schnellbremsung unnötig in Gefahr gebracht.“

 

Zum Glück ist die waghalsige Aktion glimpflich ausgegangen und keiner der beteiligten Personen ist etwas passiert – und für die Zukunft, vielleicht einfach die eine Zigarette auslassen und im Zug bei seinen Kindern bleiben.

 

Jan Bockemüller

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