Wirbel um Fleischsteuer – jetzt rudert Ministerin Otte-Kinast von ihrer Idee zurück

 

Eine Fleischsteuer sollte Landwirte beim Tierschutz unterstützen, aber die Bauern sind dagegen. Die Verbraucher fordern zwar mehr Tierschutz, aber an der Kasse mehr für Fleisch zahlen, das wollen sie womöglich nicht. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hatte am Montag in der „Osnabrücker Zeitung“ eine Sondersteuer auf Fleisch und tierische Produkte wie Milch und Eier gefordert. Doch viele Landwirte in Niedersachsen halten die Idee für den falschen Weg.

 

Deshalb rudert die Landwirtschaftsministerin von ihrem Vorschlag nun auch schon wieder zurück. Wie, das sehen Sie im Video.

 

Bauernverband in Angst vor Mehrkosten und weniger Einnahmen

 

Die niedersächsische Ministerin hatte es gut gemeint und wollte die Landwirte auf dem Weg zu mehr Tierwohl unterstützen. Doch die Landwirte trauen einer möglichen Fleischsteuer nicht. Sie befürchten durch den höheren Preis werde weniger Fleisch gekauft und sie hätten dadurch Einnahmeeinbußen. Hinzu kommt die Angst, dass die Steuereinnahmen nachher gar nicht bei den Landwirten landen könnten. „Oberstes Ziel ist, dass man wieder mehr ins Gespräch kommt. Das man wieder ein stärkeres Vertrauen in die Landwirtschaft und in die Landwirte bekommt und mit Politikern im Gespräch bleibt“, so Pressesprecherin Gabi von der Brelie vom Landvolk Niedersachsen.

 

Bauern kämpfen an mehreren Fronten

 

Viele Verbraucher würden auf den Preis schauen. In der Landwirtschaft passiere eine ganze Menge hin zum Tierwohl und Umweltschutz. „Da fühlen wir uns auf dem guten Wege“, bekräftigt von der Brelie.

Aber die Bauern rüsten sich schon für die nächste Demonstration in einigen Tagen, denn der Streit über die neue Düngeverordung in Niedersachsen treibt die Landwirte auf die Straßen.

 

Premiere im Landwirtschaftsministerium

 

Aber auch Barbara Otte-Kinast will mit den Bauern im Gespräch bleiben und hat am Freitag zum ersten agrarpolitischen Neujahrsauftakt ins Ministerium eingeladen. „Wir alle hier sind mitten in einem Umwälzungsprozess, den die Landwirtschaft in dieser Form und in diesem Umfang überhaupt noch nicht erlebt hat. Um diesen Prozess aktiv mit gestalten zu können, benötigen wir die Hilfe aller verfügbaren Kräfte“, begrüßte Otte-Kinast die Anwesenden. Darunter sowohl Agrar- und Umweltverbände als auch landwirtschaftliche Protestgruppen. So könnten vielleicht aus diesen Gesprächen Taten folgen, die dem Tierwohl dienen und die Umwelt schützten.

 

Nicole Ide

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