Wilke-Wurst-Skandal: Auch Hamburger Kita wurde mit den keimbelasteten Produkten beliefert

 

Es ist ein Skandal, der bereits in ganz Deutschland Schlagzeilen gemacht hat: Wurstwaren der Firma Wilke sind bakterienverseucht. In Hessen hat der Verzehr der Produkte bereits zwei Tote gefordert. Etliche Menschen sind erkrankt. Und jetzt das: In der Hamburger Kita Kohlhöfen kommt jetzt Panik auf, denn hier aßen die Kinder mindestens ein Produkt aus der Wilke-Fabrik. „Wir wissen seit Montag, dass wir auch die Wurst von der Firma Wilke bezogen haben, wir haben die Kitas sofort informiert und ihnen gesagt, sie müssen die Wurst aus dem Verkehr nehmen“, sagt Katja Nienaber, Leiterin der Elbkinder-Kitas. Dennoch sollen die Eltern aufmerksam auf mögliche Symptome bei ihren Kindern achten. Ein Krankheitsfall der Kinder wurde bis jetzt noch nicht gemeldet.

 

Im ganzen Norden hat Wilke Betriebe beliefert

 

Bundesweit sind die Waren der Firma Wilke zurückgerufen worden. Dennoch ist noch immer nicht klar, welche Betriebe genau von dem hessischen Wurstfabrikanten beliefert wurden. In Niedersachsen geht die Behörde für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit von etwa 1000 Betrieben aus. Jeder Landkreis sei betroffen. Da die Wurst auch über Zwischenhändler vertrieben wurde, sind die Lieferlisten nicht überschaubar – immer mehr tauchen auf.

 

Wilke-Wurst erkennen und meiden

 

Verbraucher können auf dem Portal „lebensmittelwarnung.de“ nachlesen, welche Produkte zurückgerufen worden sind. Denn nicht auf jedem der gefährlichen Produkte steht auch sofort sichtbar der Name „Wilke“. Doch alle Produkte sind mit dem Identitätszeichen „DE EV 203 EG“ gekennzeichnet. Bei den Produkten geht es um eine große Bandbreite: Ob Roastbeef bei Aldi oder IKEA-Produkte, auch einige vegane und vegetarische Produkte wurden zurückgerufen.

 

Besondere Gefahr für Menschen mit geschwächten Immunsystem

 

Die gemeldeten Krankheitsfälle, die mit der Wilke-Wurst in Verbindung gebracht wurden, steigen. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem können die sogenannten „Listerin-Keime“ lebensgefährlich sein. Auch Schwangere zählen zur Risikogruppe. Sollte man durch die Listerin-Keime erkrankt sein, äußert sich das meist durch grippeähnliche Beschwerden und Erbrechen oder Durchfall. Es kann auch zu eitrigen Entzündungen verschiedenster Organe kommen.

 

Die Aufsichtsbehörde hat den Betrieb mit rund 200 Mitarbeitern mittlerweile geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

 

Catharina Tomm

 

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