Horrorhaus: Hauseigentümer versucht Mieter rauszuekeln

 

Es ist kaum vorstellbar, was ein paar Mieter in Hamburg in den vergangenen Jahren durchmachen mussten. Verdreckte Flure abgestellte Heizungen, brüchige Türen, zugeklebte Türschlösser. Mit solchen und ähnlichen Schikanen wollte der Hauseigentümer in der Grindelallee seine Mieter offenbar rausekeln. "Wenn die Mieter nicht freiwillig ausziehen, dann setzen wir hier Nutten rein!", soll sein Vertreter gesagt haben. Er will nämlich sein Haus für viel Geld verkaufen. Im Video sieht man die wirklich ekligen Bilder der Wohnungen. 

 

"Ich weiß nicht, wie ich das bewältigen soll"

 

Margreth Stephan wohnt schon seit 48 Jahren in ihrer Wohnung im Grindelviertel. Sie und die restlichen Mieter sollen bis Ende Mai aus dem Wohnhaus ausziehen. "Das geht gar nicht, da können sie mich auch heraus tragen. Ich weiß nicht, wie ich das bewältigen soll", sagt die Langzeit-Mieterin. Früher konnte man hier gut leben, doch der Eigentümer hat das Haus jahrelang vernachlässigt und nicht genehmigte Umbauten durchgeführt. Deshalb hat das Bezirksamt jetzt die Zwangsräumung angeordnet. 

 

Wohnraum wurde illegal vermietet


"Wir haben vor etwa eineinhalb Jahren festgestellt, dass im Haus ursprünglich sechs Wohnungen genehmigt waren und über die Jahre offensichtlich 26 Wohnungen oder besser Wohnräume entstanden sind. Das ist illegal, das ist nicht genehmigt", erzählt Kay Becker vom Bezirksamt Eimsbüttel. Außerdem seien die Wohnungen durch die Umbauten nicht brandgeschützt. RTL Nord hat versucht, den Hausbesitzer zu erreichen. Bisher gab es keine Antwort.

 

Mieterverein soll helfen 


Die Mieter wollen den Hausbesitzer jetzt vor Gericht bringen und haben sich an den Mieterverein gewandt. Sie wollen, dass das Haus in einen bewohnbaren Zustand gebracht wird, sodass sie wieder einziehen können. Die Chancen dafür sind allerdings gering: Es gibt bereits einen Kaufinteressenten für das Haus. Er will angeblich neue teure Wohnungen bauen. 


Andreas Geerken, Antonia Giese

 

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