Weltkrebstag: Neue Therapie in Hamburg gibt Schwerstkranken Hoffnung


Die sogenannte CAR-T-Zelltherapie ist für die Behandlung von schwerkranken Krebspatienten zugelassen, bei denen die bisherigen Therapieverfahren nicht zum Erfolg geführt haben. Matthias Hacke ist so ein Patient.

Warum er große Hoffnung in die Therapie setzt, sehen Sie im Video.

So funktioniert die Therapie


Tumorzellen können sich vor unserem Immunsystem regelrecht verstecken und sich so ungehindert vermehren. Und hier setzt die CAR-T-Zelltherapie an: sie macht die Krebszellen sozusagen sichtbar für die Abwehrkräfte. Bei der CAR-T-Zelltherapie handelt es sich um eine spezielle Immuntherapie. Dabei entnehmen Mediziner zum Beispiel aus dem Blut der Patienten die Zellen, die für die Immunabwehr und damit für die Tumorbekämpfung zuständig sind. Das sind die sogenannten T-Zellen. Sie werden außerhalb des Körpers gentechnisch verändert, so dass sie die Tumorzellen erkennen und angreifen können. Sind sie verändert, werden sie zurück in das Blut der Patienten gesetzt, vermehren sich und zerstören im besten Fall die Tumorzellen.

Schwere Nebenwirkungen


Die Therapie wird vor allem bei Blutkrebs oder Tumoren des Lymphgewebes eingesetzt. Da sie schwere Nebenwirkungen haben kann, wird die CAR-T-Zelltherapie bisher nur bei Patienten angewendet, für die es die letzte Hoffnung ist. Nebenwirkungen können zum Beispiel schwere Grippe-Symptome, Verwirrtheit oder ein geschwächtes Immunsystem sein.

Überlebensrate von bis zu 66 Prozent


Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) werden seit Mai 2019 Krebspatienten mit gentechnisch veränderten Immunzellen behandelt. Die 20 bislang vorgenommenen Behandlungen haben zum Teil zu Rückbildungen bis hin zu vollständiger Tumorfreiheit geführt. Prof. Dr. Nicolaus Kröger, Direktor der Interdisziplinären Klinik für Stammzelltransplantation des UKE sagt dazu: „Für Patientinnen und Patienten mit weit fortgeschrittenen Lymphomen oder akuten lymphatischen Leukämien kann die Zelltherapie lebensrettend sein. Zwar warnen wir vor zu großen und vorschnellen Erwartungen, doch liegen inzwischen Ergebnisse mit Zwei-Jahres-Überlebensraten von bis zu 66 Prozent vor, was für Patienten, die bislang keine Aussicht mehr auf eine erfolgreiche Therapie hatten, einen großen Fortschritt bedeutet.“

Nicole Ide / Carmen Gocht

 

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