Was tat Omaima A. für den IS? Zeugin sagt gegen Hamburger Terror-Witwe aus

 

Seit Anfang des Monats muss sich Omaima A., die Witwe zweier IS-Kämpfer, in Hamburg vor Gericht verantworten. Ihr werden unter anderem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Menschenhandel vorgeworfen, weil sie eine 13-jährige Jesidin zeitweise als Sklavin in ihrem Haushalt gehalten haben soll.

Heute hat nun eine Zeugin im Prozess um die IS-Witwe ausgesagt. Sabine S. ist selbst eine deutsche IS-Rückkehrerin und wurde im vergangenen Jahr vom Oberlandesgericht in Stuttgart wegen der Mitgliedschaft bei der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil die Deutsche für den IS Propaganda betrieben hat.

 

Über den heutigen Prozesstag berichten wir im Video.

 

Omaima A. zog mit ihren Kindern ins Kriegsgebiet

 

Die heute 35-Jährige soll sich im Januar 2015 dem Islamischen Staat in Syrien angeschlossen haben. Sie war damals mit drei kleinen Kindern in das Gebiet des Isalamischen Staates gereist und hat dort nacheinander von zwei IS-Kämpfern den Haushalt geführt und sich um ihre drei Kinder gekümmert. Sie soll in dieser Zeit den IS unterstützt haben und unter anderem auch per E-Mail Frauen in Deutschland aufgefordert haben, sich ebenfalls der Terrororganisation anzuschließen.

 

Unbehelligt von Strafverfolgung lebte sie in Hamburg

 

Erst drei Jahre nach Omaimas Rückkehr aus dem IS-Gebiet lagen genug Beweise vor, um sie in Hamburg festzunehmen. Einer Arabischen Journalistin war ein ehemaliges Handy der mutmaßlichen Terroristin in die Hände gespielt worden, auf dem erdrückende Beweise vorlagen: Fotos, Unterlagen und Chat-Protokolle. Die Journalistin veröffentlichte alles in einem Video, das im Internet abrufbar ist. So wurden die Hamburger Behörden auf Omaima A. aufmerksam.

 

Ihre Ehemänner kämpften und starben für den IS

 

Die älteste Tochter der Deutsch-Tunesierin stammte aus einer geschiedenen Ehe, die beiden anderen Kinder von ihrem Ehemann Nadir H., der aus Frankfurt stammte, sich dem IS-angeschlossen hatte und dem sie nach Syrien gefolgt ist. Nach der Nadir H. bei einem Luftangriff getötet wurde, hat sie dessen Freund und IS-Führer Denis Cuspert geheiratet, der als Rapper unter dem Namen Deso Dogg bekannt war. Cuspert stand in den USA auf der Terrorliste. Auch er wurden bei einem Luftangriff in Syrien getötet.

 

Prozess mit strengsten Sicherheitsvorkehrungen

 

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wird der Prozess vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht verhandelt. Die Bundesanwaltschaft wirft Omaima A. nicht nur die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor, sondern auch einen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, weil sie ein Sturmgewehr besessen habe. Der Prozess wird am 8. Juni fortgesetzt.

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