Warum diese Prostituierte gegen den Hurenausweis kämpft

 

Seit mittlerweile zwei Jahren gibt es das Prostituiertenschutzgesetz, sprich: Prostituierte müssen sich bei den Behörden melden und bekommen den sogenannten Hurenausweis. Das Gesetz soll Sexarbeiterinnen vor Ausbeutung und Gewalt schützen und ihre Arbeitssituation verbessern. Undine de Rivière arbeitet selbst als Prostituierte - und will sich jetzt mit aller Macht gegen das Gesetz wehren.

Was ihr an dem Gesetz nicht gefällt, sehen Sie im Video.

 

Seit 2 Jahren "Homeoffice"

 

Undine de Rivière sitzt in ihrem Wohnzimmer. Hinter ihr steht eine große Bücherschrankwand aus massiven Holz. Einen Meter weiter, in der Ecke des Raumes hängt eine schwarze Sexschaukel. Metallketten baumeln von der Decke, direkt in ihrem Wohnzimmer. Das hier ist nicht etwa ein Requisit ihrer persönlichen Vorliebe, nein, hier in ihrer Wohnung empfängt Undine ihre Kunden. Vor 2017 hat sie sich immer Gewerbeflächen mit anderen Kolleginnen geteilt, seit dem Gesetz arbeitet sie von zu Hause aus.

 

Was ist das Prostituiertenschutzgesetz

 

Im Juli 2017 ist bundesweit das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft getreten. Seitdem müssen sich Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen bei den Behörden registrieren, an Beratungsterminen teilnehmen und einen Pass bei sich tragen, der sogenannte Hurenpass. Ziel des Gesetzes ist die Stärkung des Selbstbestimmungsrechts der Prostituierten, mehr Schutz vor Ausbeutung, Zuhälterei, Gewalt, Menschenhandel und die Verbesserung der Arbeitssituation.

 

2022 wird Bilanz gezogen

 

Eine Evaluation des Gesetzes ist für 2022 angesetzt. Erst dann wird die Behörde beurteilen können, ob das Gesetz Wirkung zeigt und wirklich zum Schutz der Sexarbeiter in Hamburg beigetragen hat.

 

Jana Schubert / Antonia Giese

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