Warnstreiks in Hamburgs Bezirksämtern


Im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts der Länder haben am Montag Beschäftigte der sieben Hamburger Bezirksämter die Arbeit niedergelegt. Nach Angaben der für die Bezirke zuständigen Finanzbehörde kam es am Morgen vielerorts zu Einschränkungen. Besonders angespannt sei die Lage in den Kundenzentren in Wandsbek und Bergedorf, sagte ein Sprecher. An beiden Standorten arbeite ein Notdienst. "Deshalb werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, die dort für den heutigen Tag gebuchten Termine nicht wahrzunehmen und einen neuen Termin zu buchen", twitterte die Behörde.

Streik-Aufruf von Verdi


Zu dem ganztägigen Warnstreik hatte die Gewerkschaft Verdi die rund 6500 Mitarbeiter der Bezirksämter aufgerufen. Zehn Tage vor der dritten Tarifverhandlungsrunde sollte so der Druck auf die Arbeitgeberseite erhöht werden.

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Geld, zumindest aber 200 Euro mehr pro Monat. Die Tarifgemeinschaft der Länder hatte die Forderung als überzogen abgelehnt, selbst aber in den zwei bisherigen Runden kein Angebot vorgelegt.

Kundgebung in Wandsbek


Bei einer Kundgebung vor dem Bezirksamt Wandsbek verwies Verdi-Tarifkoordinatorin Sieglinde Frieß auf Steuermehreinnahmen der Stadt in Milliardenhöhe. "Eine so reiche Stadt wie Hamburg muss auch für euch das Geld rausrücken - und zwar sofort und zwar genug", sagte sie vor Hunderten Beschäftigten, die der Forderung durch Trillerpfeifen Nachdruck verliehen.

"Wer seine Beschäftigten auspresst, erhält einen Saftladen" stand auf einem Transparent. Erst in der vergangenen Woche hatten mehr als 2000 Beschäftigte der Bezirksämter bei einer gemeinsamen Personalversammlung über hohe Arbeitsbelastung, mangelnde Personalausstattung und geringe Vergütung geklagt.

Weitere Warnstreiks angekündigt


Für die kommenden Tage hat Verdi weitere Warnstreiks im Schul- und Sozialbereich angekündigt. Kurz vor Beginn der nächsten Verhandlungsrunde am 28. Februar in Potsdam sind bundesweit flächendeckende Arbeitsniederlegungen geplant. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Beamtenbund in Hamburg Beschäftigte unter anderem von Polizei, Verwaltung, Finanzämtern und Sozialer Arbeit zur ganztägigen Warnstreiks aufgerufen.


Quellen: RTL Nord, dpa

Bezirksamt in Hamburg
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