War es unterlassene Hilfeleistung? Obdachloser stirbt im Lohmühlenpark

 

Frank R. war erst wenige Monate obdachlos, als er Mitte August plötzlich verstarb. Obwohl er der Polizei und dem Rettungsdienst bekannt war, erkannte keiner seine lebensbedrohliche Situation. Hätte sein Tod verhindert werden können?

Im Video sehen Sie die Reaktion der Schwester, die den Fall nun aufarbeiten möchte.

 

Ein Anwohner wurde auf den am Boden liegenden Mann aufmerksam

 

Eigentlich wollte Andreas Pick mit seinen Freunden im Lohmühlenpark in Hamburg Volleyball spielen, als er am Rande des Feldes eine Person am Boden liegen sieht. Es ist Frank, ein 33-Jähriger Obdachloser, der kaum noch ansprechbar ist. „Auf Frank sind wir aufmerksam geworden, weil er sich sehr ruckartig im Schlafsack bewegt hat. Und mein Mann hat festgestellt, dass sehr viele Fliegen um ihn herum waren.“ Es geht ein unangenehmer Geruch von dem Obdachlosen aus. Andreas und sein Mann rufen den Rettungswagen, der jedoch entscheidet: Frank sei kein Notfall, er brauche nur etwas Wasser und Nahrung.

 

Keiner will den kranken Mann aufnehmen

 

Andreas und seine Freunde kümmern sich um die Versorgung. Sie wollen ihn gerne in ein Obdachlosenheim bringen, doch es gibt keine Möglichkeit, Frank R. zu transportieren – eine ausweglose Situation. Am Ende sagt Frank R, der langsam zu Kräften kommt: Er wolle selber am nächsten Tag in die Unterkunft gehen. Doch da kommt er nie an – im Laufe der Nacht verstirbt Frank R. auf der Straße, laut Landeskriminalamt an Tuberkulose und einer Lungenentzündung.

 

Hätte der Tod von Frank R. verhindert werden können?

 

Der Tod von Frank R. ist für Andreas Pick ein Schock. Sowohl er als auch Franks Familie stellen sich die Frage: Warum wurde Frank keine Hilfe von behördlichen Institutionen angeboten? Haben Rettungsdienst und Polizei den medizinischen Notfall erkannt? Franks Schwester Jasmin ist sich sicher, dass hier ein Versagen auf mehreren Ebenen geschehen ist und kämpft nun um eine Aufarbeitung.

 

Eva Harms /Julia Freistedt

 

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