VW-Urgestein Ferdinand Piëch ist tot: Rückblick auf ein bewegtes Leben

 

Mit VW-Manager Ferdinand Piëch verliert die Autowelt ihren prägendsten, vielleicht schwierigsten und kühlsten, auf jeden Fall faszinierendsten Menschen der vergangenen fünfzig Jahre.

Einen Rückblick auf das bewegte Leben des Ex-Volkswagen-Chefs sehen Sie im Video.

 
Piëch - das Machtzentrum von Volkswagen

Ferdinand Karl Piëch hat im Alleingang mehr als zwei Jahrzehnte lang Volkswagen beherrscht. Der Autofanatiker verwandelte den angeschlagenen Wolfsburger Autohersteller in einen Weltkonzern. Für seine Anhänger war er ein genialer Techniker und visionärer Stratege, für seine Gegner ein intriganter Autokrat. 2017 forderte Piëch die Ablösung vom damaligen VW-Chef Martin Winterkorn, und scheitert damit beim Aufsichtsrat. Piëch ging - ehe sein Lebenswerk VW mit der Abgas-Affäre in den größten Skandal der Konzerngeschichte schlitterte.


Ferdinand Piëch: "Mein Harmoniebedürfnis ist begrenzt"

Lange Zeit war Volkswagen ohne Piëch schwer vorstellbar. Sein autoritärer Führungsstil war aber auch gefürchtet. So würdigt VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh Piëch als "großen Manager und Ingenieur“, ohne den Volkswagen nicht an der Weltspitze stehen würde. Dennoch sagt Osterloh auch: "Wir als Betriebsräte waren nicht immer in allen Fragen einer Meinung mit unserem früheren Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsratsvorsitzenden. Aber wir blicken mit Respekt und Achtung auf sein großes Lebenswerk.“


Piëch bringt VW zurück auf die Erfolgsspur 

1993 kommt Ferdinand Piëch zu Volkswagen. Der Automobilhersteller schreibt zu jener Zeit Milliardenverluste. Der neue Chef krempelt VW rigoros um. Reihenweise feuert er Topmanager und führt die Viertagewoche ohne Lohnausgleich und flexiblere Arbeitszeiten ein. Um Kosten zu drücken, entwickelt Piëch die Bausatz-Technik: verschiedene Auto-Modelle teilen sich eine technische Basis. 2002, neun Jahre später, macht VW einen doppelt so hohen Umsatz wie 1993.


Mit 80 in Rente

2017 verlässt Ferdinand Piëch Volkswagen. Keine zwei Jahre nach seinem Rückzug ins Privatleben, ist Piëch in einem Rosenheimer Krankenhaus gestorben. Er wurde 82 Jahre alt und hinterlässt zwölf Kinder aus verschiedenen Beziehungen.

 

Metin Turan

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