Von Frost und Schnee keine Spur: Dieser Winter ist zu warm!

 

Tatsächlich wird sich daran erstmal nichts ändern. Denn laut unserer Wetterexperten ist für die deutlich zu warmen Temperaturen im Norden paradoxerweise eine Rekordkälte in Grönland verantwortlich. So sorgt ein starker Polarwirbel dafür, dass milde Luft vom Atlantik zu uns strömt. Mit 7 bis 11 Grad liegen die Temperaturen teilweise bis 3 Grad über dem langjährigen Mittel.

 

Frühlingsgefühle statt Wintermärchen

 

„Der Winter schmilzt dahin", sagt Wetterexperte Frank Böttcher. "Tatsächlich haben wir eine kräftige Südwestströmung und das ist auch der Grund, warum es aktuell so warm ist. Temperaturen über 10, 11 Grad und das bleibt dann auch in den kommenden Tagen so, auch am Wochenende“, prognostiziert Böttcher. 

Frank Böttcher, Wetterexperte in Hamburg

Schneit es in diesem Winter überhaupt noch?

 

Trotzdem hat er noch ein wenig Hoffnung auf Schnee: „Wenn ich in die Modelle schaue, für die nächste und übernächste Woche, dann kommen tatsächlich auch mal Tiefdruckgebiete, auf deren Rückseite die Kaltluft aus Skandinavien auch mal den Weg zu uns nach Norddeutschland schafft. Es gibt vielleicht auch mal ein paar Schneeschauer und vielleicht wird’s auch nochmal weiß.“ Bis Ende Februar und sogar in den März hinein muss immer damit gerechnet werden, dass der Winter sich im Norden nochmal zeigt.

 

Gefahren eines milden Winters

 

Die Nachteile eines milden Winters spüren allerdings Allergiker, denn wenn die Natur explodiert, bekommen sie Probleme. Haselstrauch und Weiden gehören dabei zu den ersten Blühpflanzen. Allerdings kann der milde Winter auch für einige Insekten, wie die Schmetterlinge schädlich sein, denn bei 10 Grad kommen sie aus ihren sicheren Behausungen und fliegen aus, finden aber noch keine Nahrung. Auch Kröten und Frösche werden bei milden Temperaturen aktiv. Gefährlich wird es für sie allerdings erst, wenn es zu einem plötzlichen Kälteeinbruch käme, denn dann würden diese erfrieren, weil sie nicht rechtzeitig Schutz gesucht haben. Auch bereits ausgetriebene Knospen und Blüten würden bei einem Kälteeinbruch leiden, aber die Pflanzen verfügen in der Regel über Energiereserven für einen weiteren Austrieb.

 

Ist der Klimawandel schuld?

 

Laut RTL-Meteorologe Christian Häckl wäre ein kalter Winter längst überfällig und das hänge wohl auch mit dem Klimawandel zusammen. Der Eindruck verstärkt sich auch, wenn man auf die Temperatur in Deutschland im Jahr 2019 zurückblickt, denn laut dem Deutschen Wetterdienst war das vergangene Jahr mit dem Jahr 2014 das bisher zweitwärmste in Deutschland seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

 

Nicole Ide

Milder Winter in Hamburg
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