Viele Tiere, zu wenig Ärzte: So groß ist der Tierarztmangel auf dem Land

 

Dass gerade im ländlichen Raum Ärztemangel herrscht, ist nicht neu. Doch das Ausmaß wird immer größer. Inzwischen werden sogar Tierärzte knapp - vor allem auf dem Land. Das heißt: Weniger Personal für die gleiche Anzahl an Tieren, die medizinisch versorgt werden müssen. Langfristig stellt das eine Gefährdung für Klein- und Großtiere da.

Was ein Tierarzt aus Niedersachsen für seinen Beruf alles auf sich nimmt, sehen Sie im Video.

 

Es gibt immer weniger Nutztierpraxen 

 

Laut Bundestierärztekammer e.V. ist vor allem die Zahl der Nutztierpraxen in Niedersachsen gesunken. 2009 gab es 260 Praxen des Fachgebiets - bis 2018 sank die Zahl auf 205. Laut Tierärztekammer Niedersachsen sind bereits jetzt die Landkreise Aurich, Cloppenburg, Cuxhaven, Diepholz, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Nienburg, Rotenburg, Stade und Wittmund vom Tierärztemangel betroffen.

Gerade für Groß- und Nutztierhalter wäre ein weiterhin andauernder Tierärztemangel katastrophal: Sie sind auf regelmäßige Vorsorgetermine durch Tierärzte angewiesen. Wenn nur ein Tier in der Herde erkrankt, sind auch die anderen in Gefahr. Die Sorgen kennt auch Kuh-Halter Cord Lilie aus dem Landkreis Diepholz: "Die Versorgung der Tiere ist einfach unser wichtigstes Anliegen, dass sie gesund bleiben, dass sie gesund sind und da ist der Tierarzt halt unser Ansprechpartner, in allen Lebenslagen sag ich mal."

 

Große Not - vor allem bei Notdiensten

 

Vor allem die Notfallversorgung ist durch den Personalmangel nicht ausreichend gedeckt. Nachtbereitschaften können dadurch nicht mehr so verlässlich wie früher abgedeckt werden. Denn wer nachts arbeitet, fällt am nächsten Tag aus und da fehlen ohnehin schon zu viele Tierärzte auf dem Land. Auch die Kosten sind für kleine Praxen nicht tragbar. Hinzukommt, dass eine eigene Praxis gerade für junge Tierärzte nicht infrage kommt und zudem viele nicht aufs Land ziehen und dort arbeiten wollen. 

 

Jenny Richter

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