Das sagt Niels Högel zu den 100 angeklagten Morden

 

„Bei jedem Einzelnen möchte ich mich aufrichtig für all das, was ich Ihnen über Jahre angetan habe, entschuldigen“, sind die letzten Worte des Ex-Krankenpflegers vor Ende des Prozesses am Landgericht Oldenburg.  Es sei ihm während des Prozesses klar geworden, wie viel unendliches Leid er durch seine „schrecklichen Taten“ verursacht habe.

 

Verteidigerinnen fordern Freispruch in 20 Mordfällen

 

Er ist angeklagt, weil er Patienten über Jahre hinweg in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst totgespritzt haben soll. Die Verteidigerinnen von Niels Högel forderten heute in mehr als 20 der 100 angeklagten Fälle Freispruch für den Ex-Krankenpfleger.

 

Keine eindeutige Beweislage

 

„Weder wir noch Herr Högel leugnen, dass er in vielen Fällen der Täter ist. Dennoch kann er nur für Taten verurteilt werden, die er begangen hat, und nicht für Taten, die er begangen haben könnte“, sagte Verteidigerin Ulrike Baumann in ihrem Plädoyer.

 

Nicht an alle Taten konnte sich Högel erinnern

 

Ohne die Aussage von Niels Högel wären einige Taten gar nicht zur Anklage gekommen, andere stritt der Angeklagte ab oder hatte keine Erinnerung daran. Deshalb sei eine Verurteilung in allen Fällen nicht möglich. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen 97 Morden eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. In drei Fällen sah die Staatsanwältin keine hinreichende Beweislage.

 

Das endgültige Urteil gegen Niels Högel am Landgericht Oldenburg wird morgen Vormittag erwartet.

 

Autorin: Mareike Baumert

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