Verpasster Job wegen U-Haft: 1,1 Millionen Euro Entschädigung für Chirurgen

 

Der Arzt hatte das Land Niedersachsen verklagt, nachdem er im Jahr 2013 wegen des Göttinger Transplantationsskandals in Untersuchungshaft saß und dadurch eine Stelle in Jordanien nicht antreten konnte. Das Landgericht Braunschweig sprach ihm die Entschädigung zu.

 

Monatsgehalt: 50.000 US Dollar

 

Im Januar 2013 wurde der Arzt festgenommen, kurz vor seiner Abreise nach Jordanien. Dort sollte der 51-Jährige in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Amman arbeiten und monatlich 50.000 US Dollar bekommen. Es habe keinen schriftlichen Arbeitsvertrag gegeben, aber eine Vereinbarung per Handschlag, dies bestätigte der Chefarzt der jordanischen Klinik vor Gericht.

 

Chirurg wurde 2015 freigesprochen

 

2012 kam ans Licht, dass an der Göttinger Uniklinik medizinische Daten manipuliert wurden, um bei der Vergabe von Spenderorganen bevorzugt zu werden. Das Landgericht Göttingen sprach den Arzt des elffachen versuchten Totschlags und der dreifachen Körperverletzung mit Todesfolge frei, weil die zwar beweisbare Tat des Chirurgen nach der damaligen Rechtslage aber nicht strafbar war. Nach dem Skandal wurden die Regeln in der Transplantationsmedizin verschärft.

 

Kläger hatte 1,2 Millionen Euro gefordert

 

Seit 2017 arbeitet der Arzt nach eigenen Angaben nun an der Klinik in Jordanien, zur Urteilsverkündung war er nicht nach Braunschweig gekommen. Wegen seines Verdienstausfalls hatte der Arzt eine noch höhere Summe vom Land Niedersachsen gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtkräftig, sowohl das Land Niedersachsen als auch der Chirurg können in Berufung gehen.

 

Mareike Baumert

 

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