Vergiftete Rumkugeln für die Neue des Ex-Manns

 

Eine neue Partnerin an der Seite des Ex-Manns, das kann den Puls schon mal höher schlagen lassen. Eine 39-jährige Frau aus Lauenburg ging jedoch noch einen Schritt weiter und soll versucht haben, die neue Partnerin ihres Ex-Manns im März 2018 zu vergiften. Nun wurde die zweifache Mutter vom Amtsgericht Schwarzenbek wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung verurteilt.

 

Der Schein trügt

 

Anfangs schien es für den Ex-Mann und seine neue Partnerin zunächst so, als wäre die zweifache Mutter über die frische Liebe des Paares bereits hinweggekommen. Scheinbar freundlich gab die 39-Jährige ihren ahnungslosen Söhnen, zum Tatzeitpunkt sechs und sieben Jahre alt, ein besonderes Präsent für ihren Ex und seine Neue mit: Selbst hergestellte Rumkugeln. Diese hatte die Familienmutter allerdings mit Rattengift und Tabak verfeinert. Vor Gericht beteuerte die Lauenburgerin jedoch mehrfach, dass sie kein Rattengift beigemischt hätte: „Ich wollte niemanden töten, sondern mich mit dem Tabak rächen. Aber das mit dem Rattengift war ich nicht“, sagte die Angeklagte während des Prozesses. 

Neun Jahre lang war die Frau und Mutter in einer Beziehung mit ihrem Ex-Mann, dann soll er sie betrogen haben, schilderte die 39-Jährige während des Prozesses. Verärgert und verletzt wollte sie sich rächen und suchte daraufhin im Internet nach einem besonderen Rezept – mit einer speziellen Zutat: Tabak. „Ich habe gehört, dass Tabak Durchfall und Bauchschmerzen macht und Tabak in die Rumkugeln gemischt. Weiter habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht“, erklärte die Angeklagte dem Gericht.

 

Rumkugel-Verkostung endet im Krankenhaus

 

Gesagt, getan: Zwischen dem 18. und 20. März 2018 mischte sie ihre besondere Rezeptur zusammen und gab diese den gemeinsamen Söhnen mit, die das Geschenk ihrem Vater und seiner neuen Lebensgefährtin überreichten. Laut Anklage soll die 39-Jährige die Kinder zuvor angewiesen haben, selbst nichts von den Rumkugeln zu essen. Auf der Anklagebank gesteht die zweifache Mutter ein: „Das war mein größter Fehler, die Kinder anzustiften.“ Denn sie wurden zu den Boten des Unglücks und geben sich laut dem Vater noch heute die Schuld für das, was dann passierte. Der Vater der beiden Jungen kostete die verlockenden Rumkugeln mit ungeahnten Folgen. Er fühlte sich taumelig, als wäre er betrunken, sagte er vor dem Amtsgericht aus und erklärte weiter: „Ich habe einen scharfen Geschmack geschmeckt, wie Pfeffer.“ Kurz darauf wurde ihm übel, sodass er sich erbrechen musste. Glück im Unglück, denn so kam der Familienvater ohne weitere Komplikationen davon. „Niemals hätte ich mit so einem Anschlag gerechnet“, berichtete der zweifache Vater während des Prozesses.

 

Doppelt hält besser: Zusätzlich vergiftete Muffins?

 

Weniger Glück hatte im Vergleich dazu eine Bekannte, die zum Tatzeitpunkt bei dem Paar zu Besuch war. Sie erlitt erhebliche Vergiftungserscheinungen. Der Notarzt musste anrücken. Die 52-Jährige wurde daraufhin im Krankenhaus behandelt. Überraschenderweise soll die Bekannte jedoch nicht durch die Rumkugeln, sondern durch Muffins vergiftet worden sein. Diese soll die Angeklagte ein paar Tage vor den Rumkugeln zubereitet haben, gab der Familienvater vor Gericht an. Die Beschuldigte, seine Ex-Frau, leugnete dies aber: Sie habe die Rumkugeln mit Tabak versetzt, aber keine Muffins gebacken. Diese sollen die gemeinsamen Söhne in der Schule gebacken haben. Die beiden Söhne sollen dem Vater jedoch erklärt haben, dass sie die Geschichte nur auf Wunsch ihrer Mutter erzählen sollten. Eigentlich hätten sie die Muffins mit ihrer Mutter gebacken. 

 

Die gefährliche Mischung hat Folgen: Mutter bekommt Bewährungsstrafe

 

Eine verstrickte Situation, die das Amtsgericht Schwarzenbek letztlich bewerten musste. Hinzukommend leugnete die Angeklagte bis zuletzt, dass sie die Rumkugeln ausschließlich mit Tabak und nicht mit Rattengift versetzt hatte. Allerdings hatte die Polizei nach dem Vorfall einige der Rumkugeln sichergestellt und untersuchen lassen. Das Ergebnis war eindeutig: Die Kugeln beinhalteten neben dem Tabak auch Rattengift. Die besagten Muffins wurden jedoch nie untersucht. Ebenfalls litt das 52-Jährige Opfer der vermeintlichen Giftattacke unter schweren Vorerkrankungen. Unter Berücksichtigung aller Aspekte verurteilte das Gericht die zweifache Mutter letztlich wegen versuchter und vollendeter Körperverletzung zu elf Monaten auf Bewährung. Noch während des Prozesses erklärte die Verurteilte reumütig: „In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so eine Scheiße gemacht. Es tut mir Leid.“

 

Karsten Krönke / Lena Wendt

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