Vater stellt Fotos seiner Tochter online – 1600 Euro Geldstrafe

 

Maximilian H. postete Anfang 2019 zwei Fotos von sich und seiner 9 Monate alten Tochter bei Facebook. Das Problem: Das Sorgerecht für das kleine Mädchen hat die Großmutter. Und die wollte keine Bilder ihrer Enkelin im Netz. Es kam zur Anklage wegen „Verletzung des höchst persönlichen Lebensbereiches durch Veröffentlichung von Fotoaufnahmen in sozialen Netzwerken“. Maximilian H. sagte bei der Verhandlung: „Ich sehe das nicht ein, das ist auch meine Tochter.“ Aber die Oma des Mädchens bekam am Amtsgericht Hannover Recht.

 

1600 Euro – für Maximilian H. mehr als ein Monatsgehalt

 

Maximilian H. bekam die Anklageschrift im Januar. Er weigerte sich aber bis zum Schluss, die Fotos seines Kindes aus dem Netz zu nehmen. Deshalb wurde der 23-Jährige von der Richterin zu einer relativ hohen Geldstrafe verurteilt. Insgesamt 1600 Euro Strafe. Maximilian H. verdient in einer Zeitarbeitsfirma zwischen 1200 und 1400 Euro pro Monat.  Er ist bereits mehrfach vorbestraft. Nach der Urteilsverkündung sagt der 23-Jährige: „es tut mir leid, ich habe daraus gelernt und werde die Bilder rausnehmen.“

 

Wer darf Kinderbilder online stellen?

 

Generell dürfen nur die Erziehungsberechtigten Fotos von ihren Kindern ins Netz stellen. Möchten z.B. Verwandte ein Bild posten, dann brauchen sie dafür die Einwilligung der Erziehungsberechtigten. "Ohne die, geht es gar nicht", sagt Johannes Pepping, Pressesprecher der Landesbeauftragten für Datenschutz in Niedersachsen. Ansonsten verhält man sich wie Maximilian H. rechtswidrig. In diesem Fall war die Oma die Erziehungsberechtigte des Kindes.

 

Experten sagen: jeden Post überdenken

 

Datenschutz-Experte Johannes Pepping rät Eltern dazu, jeden Post zu hinterfragen, denn generell unterliegen Daten und damit auch Fotos von Kindern einem speziellen Schutz: "Weil Kinder noch nicht darüber entscheiden können, was passiert eigentlich mit meinen Fotos. Man sollte also vor einem Post drüber nachdenken: Will ich mein Kind so in der Öffentlichkeit präsentieren und würde mein Kind das vor allen Dingen wollen?" Denn das Internet vergisst nicht, betont der Experte. "In dem Moment, in dem ich ein Bild im Internet in den sozialen Netzwerken hochlade, gebe ich auch die Kontrolle darüber ab. Ich weiß nicht genau, was passiert danach damit. Selbst wenn ich es lösche, vielleicht hat schon jemand einen Screenshot davon gemacht und das Bild bleibt trotzdem im Internet."

 

Charlott Gawlik / Carmen Gocht

 

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