Usutu-Virus tötet mehr Vögel als je zuvor

 

Besonders Hamburg und das Umland sind betroffen

 

Das durch das Usutu-Virus verursachte Amselsterben nimmt in diesem Jahr offensichtlich immer größere Ausmaße an. In diesem Jahr kommt es erstmals auch in Hamburg vor und hier sind dem tropischen Erreger bundesweit bislang die meisten Vögel zum Opfer gefallen.

 

5.000 Meldungen bestätigen traurigen Rekord

 

Gab es bis vor einer Woche in Deutschland erst 1.500 (wir haben berichtet) an den NABU gemeldete Verdachtsfälle, sind es vor zwei Tagen bereits über 5.000 Meldungen mit mehr als 10.000 kranken oder verendeten Vögel – meist Amseln, aber in geringen Zahlen auch Singdrosseln, Haussperlinge, Meisen und andere Arten.

Der Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg, Marco Sommerfeld, dazu: „Ich gehe davon aus, dass der warme Sommer die Ausbreitung des ursprünglich exotischen Virus begünstigt hat.“

 

Tote Vögel online melden oder auch einsenden

 

Der NABU bittet, kranke oder verendete Tiere zu melden und zur Untersuchung einzusenden. Weitere Infos dazu finden Sie unter www.nabu.de

Die meisten toten Vögel gibt es in Regionen, in denen das Virus sich erstmalig ausbreitet. In diesem Jahr betrifft dies vor allem den Norden, mit je etwa 800 Meldungen aus Niedersachen und Hamburg und vielen weiteren aus Bremen und Schleswig-Holstein. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat inzwischen bereits 132 eingesandte tote Vögel untersucht. Bei einem Drittel dieser Vögel konnte das Usutu-Virus labortechnisch nachgewiesen werden. Eine Karte der Herkunft nachweislich infizierter Vögel zeigt, dass es inzwischen aus 13 von 16 Bundesländern Usutu-Nachweise gibt.

 

Stechmücken sind Ursache für die Erkrankung der Vögel

 

Das Virus wird von Stechmücken übertragen, damit ist die Krankheit auf die warme Jahreszeit beschränkt. Infizierte Vögel wirken krank und apathisch, bis sie nach einigen Tagen sterben. Das Virus wurde 2011 erstmals hierzulande registriert.

 

Hier eine Übersichtskarte mit den Verdachtsfällen, die dem NABU bis Anfang der Woche gemeldet wurden:

Verdachtsmeldungen zum Amselsterben
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