Urteil nach Mord vor 25 Jahren: Lebenslange Haft für Täter

 

Er bestritt die Tat bis zuletzt – dennoch muss Siegfried K. lebenslang ins Gefängnis. Die Richter am Landgericht Osnabrück sahen es als erwiesen an, dass der vorbestrafte Bauarbeiter 1995 die damals 24-jährige Elke S. ermordete.

Wie sich Siegfried K. vor Gericht verhielt und was die Angehörigen zum Urteil sagen, sehen Sie im Video.

 

Mit Pullover erdrosselt


Elke S. hatte im August 1995 eine Kirmes in Sögel im Emsland besucht und sich stark betrunken auf den Heimweg gemacht – dort kam sie aber nie an. Denn unterwegs traf sie offenbar auf Siegfried K., der versuchte, sie zu vergewaltigen. Elke wehrte sich und floh in ein Stoppelfeld, doch der Täter holte sie ein. Schließlich erdrosselte er die junge Frau mit ihrem eigenen Pullover.

 

Täter saß schon einmal im Gefängnis


Siegfried K. kommt aus Freren, einer Kleinstadt nahe dem Tatort. Schon in den vergangenen Jahren war er der Polizei immer wieder aufgefallen. Der heute 66-Jährige ist wegen versuchter Vergewaltigung und versuchten Diebstahls mit Körperverletzung vorbestraft. Nachdem er versucht hatte, eine Bank zu überfallen, saß er sieben Jahre im Gefängnis, kam 2018 wieder frei.

 

DNA-Proben führen zum Erfolg


Dennoch kam er erst spät in den Fokus der Ermittler. Anfang 2018 gelang es einer Mordkommission, neue DNA-Spuren an der Kleidung von Elke S. zu sichern. 200 Männer aus ihrem Umfeld gaben Speichelproben ab, jedoch ohne Erfolg. Erst eine Suche im Bundeszentralregister führte schließlich zu Siegfried K..

 

Angeklagter bestreitet die Tat


Der Angeklagte hat die Tat bis zuletzt nicht gestanden. Die DNA-Spuren erklärte er auf abenteuerliche Weise: Elke hätte sich während der Kirmes auf seinen Schoß gesetzt und ihm erlaubt, ihre Brüste anzufassen. Doch Freude der Getöteten, die als Zeugen gehört wurden, konnten sich so ein Verhalten nicht vorstellen. Denn Elke S. sei schüchtern gewesen und hätte so etwas nie zugelassen. Siegfried K.s Verteidiger ist weiterhin von der Unschuld seines Mandanten überzeugt. Er kündigte an, in Revision zu gehen.

 

Julia Franz / Patrick Testa-Kreitz

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