UKE-Studie „Corona und Kinder“: Ergebnisse geben krankem Tom Hoffnung

 

Der neunjährige Tom wurde mit einem schweren Herzfehler und einer Lungenerkrankung geboren und dennoch ist er ein kleiner Held – denn dank ihm und rund 6000 anderen Kindern und Jugendlichen kann das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine breite Studie zum Thema „Corona und Kinder“ durchführen. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche Rolle Kinder bei der Ausbreitung der Pandemie spielen.

 

Ältere Kinder haben häufiger Antikörper gegen Corona

 

In der Pressekonferenz des UKE stellte Ania Muntau, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, ein vorläufiges Fazit vor. „Wir haben bei keinem einzigen der Kinder und Jugendlichen einen positiven Virusnachweis gefunden.“ Dennoch habe sich gezeigt, dass das Alter der Kinder durchaus einen Unterschied macht. Bei älteren Kindern aus der Altersgruppe 10 bis 18 Jahre lassen sich häufiger Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 nachweisen als bei den Jüngeren zwischen 0 und 9 Jahren.

 

Schwerer Krankheitsverlauf durch Vorerkrankungen?

 

Zusätzlich zu gesunden Kindern wird auch mit chronisch kranken Kindern wie Tom geforscht. Auf die Frage, ob durch ein geschwächtes Immunsystem eine erhöhte Infektionsgefahr für ihn besteht oder ob bei ihm im Falle einer Ansteckung mit einem schwereren Krankheitsverlauf zu rechnen ist, gab es bisher keine Antworten. „Es würde uns entsprechend entspannen, wenn die gesunden Kinder sich nicht so richtig anstecken. Dann ist es ja auch für uns gut.“, sagt uns Toms Mutter im Interview. Vor allem weil Tom auch noch einen großen Bruder hat, war es seinen Eltern wichtig bei der Studie mitzumachen und bei der Forschung zum Coronavirus zu helfen. „Unsere größte Sorge ist natürlich, dass sich unser Kind ansteckt. Wir wissen nicht, was dann passiert, ob er wirklich eine realistische Überlebenschance hat.“

 

Entwarnung für Kinder wie Tom?

 

Tatsächlich hat Ania Muntau gute Nachrichten für die Eltern von Tom: „Wir sehen, dass die Kinder mit Vorerkrankungen weniger häufig infiziert sind. Das heißt vielleicht, dass sie besser geschützt wurden. Aber wir sehen auch keine katastrophalen Verläufe. Das ist ein gutes Ergebnis dieser Studie.“ Eine vollständige Entwarnung ist dieses Ergebnis aber natürlich trotzdem nicht. Denn auf Nachfrage erklärte Ania Muntau, dass die Studie nicht beantworten kann, wie infektiös Kinder sind. Die Untersuchungen laufen an allen Kinderkliniken in Hamburg noch einige Wochen weiter.

 

Kieler Studie: Blutgruppe hat Auswirkung auf Krankheitsverlauf

 

Ein Kieler Forschungsteam hat gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe aus Norwegen herausgefunden, dass die Blutgruppe eines Menschen Einfluss auf den Verlauf der Corona-Erkrankung hat. „Konkret haben Personen mit der Blutgruppe 0 einen erhöhten Schutz vor einem schweren Verlauf und Personen mit der Blutgruppe A haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf“, erzählt uns Prof. Dr. Andre Franke, Molekularmediziner an der Uniklinik Schleswig-Holstein. Geplant ist jetzt die Analyse von weiteren Blutgruppen. 

 

Jule Blaase / Katrin von Danwitz

 

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