Trotz Verbot aus Tierschutzgründen: So werden Rinder immer noch ins Ausland verschifft

 

Auf den ersten Blick klingt es nach einer guten Idee, die Politiker in Schleswig-Holstein im letzten Jahr beschlossen haben: Rinder aus dem Norden sollen aus Tierschutzgründen nicht mehr in bestimmte Staaten außerhalb der EU exportiert werden. Besser wird die Problematik aber dadurch nicht, wie ein Landwirt aus Schleswig-Holstein verrät.


Katastrophale Zustände beim Rindexport


Der Bauernhof von Kay Sachaus ist das Zuhause von 600 Rindern. Pro Jahr verkauft er 15 Rinder ins Ausland, bis Schleswig-Holstein im letzten Jahr als erstes Bundesland den Rinderverkauf in Drittländer verbietet. Der Grund: Oft werden die Tiere unter katastrophalen Bedingungen in Länder wie Russland oder Usbekistan verschifft.


Der Weg führt über Mecklenburg-Vorpommern


Bauer Sachaus macht klar: „Es werden momentan Exporte abgefertigt in Mecklenburg, dort sind die letzten Tiere von mir hingegangen“. Statt dem direkten Weg vom Bauernhof ins Zielland geht es für die Rinder nun erst einmal in Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, die eine Abfertigung der Tiere durchführen. Gestoppt wurde der Export damit effektiv also nie.


Grüne fordern einheitliche Regelung auf Bundesebene


Jan Philipp Albrecht, der Umweltminister aus Schleswig-Holstein, sieht das Problem auf höherer Ebene, denn zwar würden in Schleswig-Holstein keine Rinderexporte in Drittländer stattfinden – in anderen Bundesländern hingegen schon: „Und deswegen haben wir auf der Agrarministerkonferenz sehr deutlich gemacht, dass wir uns da eine einheitliche Vorgehensweise auch auf Bundesebene wünschen“.


Bauern fürchten um Existenz


Sollte es zu einem einheitlichen Exportstopp für alle Bundesländer kommen, wäre das auch mit einer Existenzangst für die exportierenden Bauern verbunden. „Wir leben davon, Tiere zu exportieren. Man kriegt das ja auch nicht von heute auf morgen abgestellt“, sagt Bauer Kay Sachaus aus Schleswig-Holstein. Es wird deutlich, dass bei dieser Regelung noch einige Probleme aus dem Weg geschaffen werden müssen, bevor es für alle Seiten eine faire Lösung geben kann.

 

Kai Bülter / Malena Menezes / Julia Freistedt

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