Touristen gestrandet: Sonderflüge holen norddeutsche Urlauber nach Hause


Wegen Einreisestopps aufgrund der Corona-Krise ist ein Großteil internationaler Flüge gestrichen. Mehr als 100.000 Deutsche sitzen daher rund um den Globus fest. Die Bundesregierung hat 50 Millionen Euro für ihre Rückholung bereitgestellt. Sie chartert gut 40 Maschinen bei Airlines wie Lufthansa, Condor und Tui, um Touristen nach Hause zu bringen.

Wir durften mit einem Kamerateam einen Rettungsflug von Hannover nach Mallorca begleiten. Wie die Stimmung an Bord war, sehen Sie im Video.

  

Historisches Unternehmen

  

Seit dem 18. März läuft die Rückholaktion. Es ist die größte ihrer Art in der Geschichte der Bundesrepublik. Auch der hannoversche Reisekonzern Tui mit seiner Airline Tuifly beteiligt sich an dem Vorhaben. Täglich sollen rund 10.000 Touristen zurück nach Deutschland geholt werden, so ein Sprecher des Unternehmens. Tui würde vor allem Ziele in Spanien und Ägypten abdecken. Aus dem Badeort Hurghada am Roten Meer gebe es Maschinen nach Berlin-Tegel, Frankfurt, Stuttgart, Hannover und Köln. Aus Spanien kämen Extra-Verbindungen aus Palma de Mallorca sowie von der Kanaren-Insel Fuerteventura hinzu.

  

Stephan Weil fordert Hilfe für Airline

  

Wegen des fast kompletten Wegfalls aller regulären Flüge droht Tuifly auf Kurz oder Lang das Aus. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil setzt sich daher für möglichst rasche Finanzhilfen für das Unternehmen ein. Tui sei eigentlich kerngesund, sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur. Der Nachfrageeinbruch wegen der Pandemie und die erzwungenen Streichungen seien aber bedrohlich: „Jetzt ist innerhalb kürzester Zeit das ganze Geschäftsmodell infrage gestellt.“ Es gehe darum, „durch Staatshilfe die Grundlage für den Fortbestand eines soliden Unternehmens“ zu legen. Zuletzt verfügte Tui über rund 1,4 Milliarden Euro flüssiges Kapital. Doch nach dem Wegfall des Ostergeschäfts geraten auch die Sommerreisen zunehmend in Gefahr.

  

dpa / Patrick Testa-Kreitz

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