Tote Radfahrerin in Eimsbüttel: LKW-Fahrer muss sich vor Gericht verantworten

 

Der Verkehrsunfall in Hamburg-Eimsbüttel ist bereits eineinhalb Jahre her und doch noch in den Köpfen der Hamburgerinnen und Hamburger. Beim Rechtsabbiegen an der Kreuzung Eppendorfer Weg / Osterstraße wurde die 33-jährige Saskia S. von einem Kühllaster überfahren. Die junge Mutter zweier Kinder starb noch an der Unfallstelle. Heute stand der 49-jährige Lastwagenfahrer wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht und wurde zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt.

 

Im Gericht war auch die beste Freundin des Opfers dabei. Wie sie den Fahrer vor Ort erlebt hat, sehen Sie im Video.

 

Große Anteilnahme in der Stadt

 

Nach dem Unfall im Mai 2018 haben hunderte Radfahrer eine Mahnwache auf der Kreuzung abgehalten. Sie kamen mit ihren Fahrrädern und legten sich mitten auf die Straße. Trauernde legten Blumen, Kerzen und Briefe am Unglücksort ab. Auch ein weißes Fahrrad, welche für tödlich verunfallte Radfahrer steht, befindet sich seit dem Unfall an der Kreuzung.

 

Debatte über Abbiegeassistenten

 

Der LKW-Fahrer hat die geradeausfahrende Radfahrerin offenbar schlichtweg beim Abbiegen übersehen. Nach dem Unfall stand er unter Schock und konnte nicht fassen, was da gerade passiert ist. Der Unfall entflammt eine Debatte. Immer wieder wird diskutiert, dass Abbiegeassistenten bei LKWs zur Pflicht werden sollen, um genau solche Tragödien zu verhindern - denn der schreckliche Tod der jungen Mutter durch einen abbiegenden Laster ist leider kein Einzelfall. Ein Abbiegeassistent unterstützt den Fahrer und gibt Signal oder bremst sogar selbstständig, wenn sich ein bewegendes Objekt im toten Winkel des Lastwagens befindet. Viele Speditionen rüsten ihre Lastwagen bereits freiwillig mit den lebensrettenden Geräten aus. Ab 2020 wir ein solcher Abbiegeassistent zumindest für Lang-LKW zur Pflicht.

 

Andreas Geerken / Catharina Tomm

 

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