Torpedo-Mine in Hude gesprengt: Hunderte Menschen und Tiere evakuiert

 

Es war eine kurze Nacht für viele Bewohner in Hude: Ein drei Meter langer Weltkriegstorpedo musste kontrolliert gesprengt werden. Gefunden wurde der 300 Kilogramm schwere Koloss bereits am Vormittag. Doch weil die Evakuierungsmaßnahmen so aufwendig waren, konnte der Sprengkörper erst um 1:30 Uhr vernichtet werden.

Wie der Großeinsatz verlief, sehen Sie im Video.

 

Rund 500 Menschen und auch Tiere evakuiert

 

Schon am späten Nachmittag forderten Feuerwehrleute die Anwohner auf, ihre Häuser zu verlassen. In einem Radius von 1.500 Metern um eine Kiesgrube, in der der Torpedo später gesprengt wurde, waren rund 500 Menschen betroffen. Die Huder sahen es größtenteils gelassen: "Wir gehen lieber weg, bevor uns was passiert“, sagt ein Anwohner. „Wenn die Scheiben kaputt sind, wir wissen ja, wo wir uns melden müssen.“ Weil der Kampfmittelräumdienst eine große Druckwelle erwartete, mussten auch rund 500 Tiere vorsorglich in Sicherheit gebracht werden; darunter viele Rinder. Dutzende Landwirte aus der Umgebung eilten nach Hude, um mit Tiertransportern die Evakuierung zu unterstützen.

 

Evakuierung keine Premiere

 

Für viele der Anwohner war es nicht die erste Evakuierung dieser Art. Vor gut neun Jahren wurden bereits andere Sprengkörper gefunden und entschärft. Am Ende des zweiten Weltkriegs hatten deutsche Soldaten auf dem Rückzug Minen und Torpedos entlang der Straße vergraben, um die vorrückenden Alliierten zu stören. Es ist unklar, ob noch weitere solcher Sprengfallen im Boden schlummern.

 

WICHTIGER HINWEIS FÜR ANWOHNER: Sollten durch die Sprengung des Torpedos Schäden entstanden sein, sollen sich Betroffene im Rathaus der Gemeinde Hude melden. Möglich unter folgender Rufnummer: 04408 / 9213-0

 

Mareike Baumert / Patrick Testa-Kreitz

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