Tierschützer warnen: Mehr ausgesetzte Tiere seit Corona

 

Seit Anfang Juni wurden in Hamburg schon 238 Tiere ausgesetzt. Mehr als im vergangenen Jahr. Vor den Sommerferien steigt die Zahl jedes Jahr, doch dieses Jahr sind es mehr Fundtiere. Zu Beginn der Corona-Pandemie haben sich viele Menschen spontan ein Haustier angeschafft. Jetzt wollen viele ihre Tiere anscheinend wieder loswerden.

 

Tiere sind kein Spontan-Kauf

 

„Wir haben keine Zeit“, mit dieser Begründung werden in letzter Zeit häufig Tiere in Tierheimen abgegeben. Im Home-Office haben sich viele Menschen einsam gefühlt und mit einem Haustier sollte spontan ein bisschen Gesellschaft her. Doch Tiere sind kein Spontankauf. „Das ist schon ein Stück weit ärgerlich, dass viele Leute sich unbedarft ein Tier anschaffen, ohne darüber nachzudenken, was für Folgen hat das“, meint Julia Holtfrerich Mitarbeiterin im Hamburger Tierschutz-Verein.

 

 

Futterspenden helfen bei Geldnot

 

 

Auch die Hamburger Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist alarmiert, weil so viele Tiere zurückgegeben werden. Sie hofft, dass vielleicht doch noch einige Schützlinge in den Familien bleiben können.  „Bei Geldnot kann man zum Beispiel auf Tiertafeln zurückgreifen, die geben Futterspenden aus, damit die Vierbeiner satt und gesund bleiben“, so Sarah Ross von VIER PFOTEN.

 

Auf keinen Fall das Tier aussetzen

 

Und wenn es wirklich nicht mehr geht: Auf keinen Fall das Haustier aussetzen, denn dabei kann es sterben. Die Tierheime nehmen sie an und verurteilen niemanden. Sven Fraaß, Pressesprecher Hamburger Tierschutzverein:

„Nicht immer mit irgendwelchen Allergiegeschichten ankommen und bloß nicht sagen: „Das Tier hat gebissen“. Das müssen wir vermerken und erzählen.“ Und damit wird es komplizierter, das Tier zu vermitteln und ihm die Chance auf ein neues Zuhause zu geben.

 

Sandy Liesen / Laura Küsel 

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