Teures Missgeschick: Putzfrau aus Osnabrück bekommt 225.000 Euro Lohn überwiesen

 

Als Hristina G. im Juni 2018 auf ihr Konto schaut, muss sie wohl ordentlich gestaunt haben. Ihr Arbeitgeber hat ihr tatsächlich 225.000 Euro überwiesen. Doch das unverhoffte Glück hält nicht lange: Sie muss das Geld an die Reinigungsfirma zurückzahlen. Doch offenbar glaubte die inzwischen 27-Jährige aus dem Geldsegen ein gutes Geschäft machen zu können. Sie verzögert die Rückzahlung immer wieder und knüpft sie an Bedingungen: Sie will das Geld nur dann zurück überweisen, wenn sie einen Teil behalten darf. Am Donnerstag musste sich ein Gericht zum zweiten Mal mit dem Fall befassen.


Versuchte Erpressung


Der Arbeitgeber ließ sich auf das Spielchen nicht ein. Der Fall landete vor Gericht. Hristina G. wurde im Mai vom Amtsgericht Osnabrück wegen versuchter Erpressung verurteilt. Die Strafe: 1.200 Euro. Der Staatsanwaltschaft reichte das nicht und sie ging in Berufung. Daraufhin tat das auch die Putzfrau.

Am Donnerstag sollte also wieder ein Gericht über diesen Erpressungsversuch entscheiden. Doch Hristina G. erscheint gar nicht erst, bereits zum zweiten Mal sitzen alle anderen im Gericht und warten auf sie. Es wird entschieden: Die Berufungen werden zurückgezogen.


Und was ist mit dem vielen Geld?


Hristina G. muss das zu viel überwiesene Gehalt an ihren Arbeitgeber zurückzahlen. In einem Prozess vor dem Arbeitsgericht hat die Putzfrau dem auch zugestimmt. Das Problem: Rund 100.000 Euro sollen bereits fehlen. „Meine Mandantin hat Geld abgehoben, es weiter überwiesen, es sind auch Pfändungen auf ihrem Konto gewesen, die dann natürlich abgeflossen sind“, sagt ihre Anwältin Kristina Straube. Die Reinigungsfirma bleibt nun möglicherweise auf dem Schaden sitzen.


Wie konnte das überhaupt passieren?


Üblicherweise bekommt Hristina G. als Putzfrau ein Nettogehalt von 340 Euro. Doch im Juni 2018 macht eine Mitarbeiterin der Reinigungsfirma bei der Überweisung einen Fehler: Sie trägt die Personalnummer von Hristina G. in das Feld ein, in dem normalerweise die Überweisungssumme steht. Kleines Missgeschick – große Folgen. Ihren Job in dieser Firma ist Hristina G. inzwischen übrigens los.


Neele Knetemann 

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