Mit drei Kindern ins Kampfgebiet: IS-Terror-Witwe Omaima A. in Hamburg vor Gericht

 

Es ist kaum vorstellbar, dass eine junge Mutter aus Deutschland mit ihren drei kleinen Kindern freiwillig in den Krieg nach Syrien zieht, sich dem IS anschließt und dort sogar eine 13-jährige Jesidin als Sklavin gehalten haben soll. Aber genau deswegen steht eine 35-jährige Deutsch-Tunesierin Omaima A. seit heute vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg. Während der Anklageverlesung wirkt die 35-Jährige noch ruhig und gefasst. Als es dann aber um die Rolle ihres im Syrienkrieg gestorbenen Ehemannes geht und Beweisvideos mit ihren Kindern gezeigt werden, kämpft die Angeklagte im Gerichtssaal mit ihren Tränen.

 

In Hamburg führt sie danach ein normales Leben mit ihren Kindern

 

Obwohl die deutschen Behörden von ihrem Aufenthalt in Syrien wissen, kann Omaima A. sich nach ihrer Rückkehr 2016 in Hamburg ein normales Leben aufbauen. Sie arbeitet bis zu ihrer Festnahme als Übersetzerin. Erst als eine libanesische Journalistin während ihrer Recherchen im IS-Umfeld ein ehemaliges Handy von Omaima A. zugespielt bekommt, wird deutlich, wie aktiv die Deutsch-Tunesierin für den IS war. Mit diesen Beweisen kann die Mutter dann im September 2019 festgenommen werden. Seither sitzt sie in Untersuchungshaft.

 

Ihre Kinder erzieht Omaima A. nach der Ideologie des IS

 

Die Fotos zeigen A. in Nikab mit einem umgehängten Maschinengewehr, ihre siebenjährige Tochter, auch schon mit Nikab bekleidet und mit einer IS-Fahne in der Hand, und einen ihrer Söhne, der angezogen ist wie ein IS-Soldat und der anscheinend sogar mit Waffen spielen darf. Auf dem Handy gibt es weiterhin Hinweise auf einen Twitter-Account, der wohl von ihr für IS-Propaganda genutzt wurde.

 

Die Beweislast ist erdrückend. Und auch der Anwalt von Omaima A. Tarig Elobied rechnet mit einer Haftstrafe für seine Mandantin: "Ich gehe davon aus, dass sich Einiges beweisen lässt. Ich möchte am Ende eine so geringe Strafe wie möglich."

 

Die Vierfachmutter ist Witwe von zwei IS-Kämpfern

 

Weil Omaima A. Streit mit ihrem Ehemann Denis Cuspert hat, kehrt die gebürtige Hamburgerin 2016 hochschwanger mit ihren drei Kindern nach Deutschland zurück, um ihr viertes Kind in Hamburg zu entbinden. Ihr vorheriger Ehemann war bereits 2015 an der Front gestorben – für den IS. Cuspert, auch bekannt als Rapper Deso Dogg, war ein guter Freund ihres verstorbenen Mannes. Cuspert hatte sich 2014 dem IS angeschlossen und stand in den USA auf der Terrorliste. Laut Medienberichten ist der ehemalige Rapper 2018 bei einem Luftangriff gestorben.

 

Ihrem ersten IS-Ehemann folgte sie nach Syrien

 

Zur Ausreise ins Kriegsgebiet kommt es im Januar 2015. Omaima A. folgt ihrem Ehemann und Salafisten Nadir H. aus Frankfurt in die IS-Hochburg Rakka. Mit im Gepäck sind ihre drei kleinen Kinder, davon eine Tochter aus einer vorherigen Beziehung. In Syrien angekommen, kümmert sie sich um den Haushalt und soll sich sogar eine 13-jährige jesidische Sklavin gehalten haben. Dafür wird die gebürtige Hamburgerin auch des Menschenhandels und des Verbrechens gegen die Menschlichkeit beschuldigt. Am Donnerstag soll der Prozess gegen Omaima A. fortgesetzt werden.

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