Spaziergänger aufgepasst: Die Zecken sind unterwegs

 
Der milde Winter hat nicht nur uns ein wenig vor dem Frieren bewahrt, sondern auch den Kleinsten deutlich besserer Überlebenschancen geboten: Zecken. Die Spinnentiere können Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, übertragen. Da diese Krankheiten die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem angreifen, können Zeckenbisse eine echte Gefahr für den Menschen bedeuten. Deswegen sollte man beim Spazierengehen immer wachsam sein. Besonders gefährlich ist es im niedersächsischen Landkreis Emsland, denn dieser ist auch in diesem Jahr offiziell ein FSME-Risikogebiet. Die ständige Impfkommission empfiehlt deshalb den Bewohnern und Besuchern des Gebietes, sich gegen FSME impfen zu lassen. Gegen Borreliose gibt es allerdings keine Impfung.
 

So kann ich mich schützen

 
Die Tiere sind winzig und mit dem bloßen Augen kaum zu erkennen. In der Natur lauern sie im Gras oder auf Zweigen, bereit, auf Tiere oder Menschen überzuspringen. Daher empfiehlt es sich, ein festes, geschlossenes Schuhwerk und geschlossene Kleidung beim Spazierengehen zu tragen. Auch ein chemisches Antizeckenmittel kann schützen. Dennoch merkt man den Biss einer Zecke manchmal gar nicht. Daher ist es ratsam, nach einem Spaziergang den eigenen Körper und den eines Kindes oder Hundes nach den kleinen Tieren abzusuchen.
 

So entferne ich eine Zecke

 
Wenn eine Zecke auf einen Körper übergesprungen ist, sticht sie meist nicht direkt zu, sondern krabbelt auf der Suche nach einer geeigneten Stelle mehrere Stunden am Körper umher. Eine geeignete Stichstelle ist meistens eine weiche Körperpartie, wie unter den Achseln. Die Zecke verankert sich mit ihrem Stechapparat regelrecht im Körper und beginnt dann, Blut zu saugen.
Beim Entfernen sollte man darauf achten, sie mit einer feinen, spitzen Pinzette knapp über der Haut zu greifen und langsam in einem gleichmäßigen Zug herauszuziehen. Eine herkömmliche flache Pinzette würde die Zecke zerquetschen. Wenn möglich sollte die Zecke nicht gedreht oder gequetscht werden, da sonst Erreger in die Wunde gelangen könnten. Auch andere Hilfsmittel, wie eine Zeckenkarte oder ein Zeckenhaken, können das Entfernen des Tieres erleichtern. Von der Verwendung von Hausmitteln, wie Öl, Nagellack, Alkohol oder Zahnpasta, ist dringend abzuraten, da das Tier durch diese Stoffe gereizt wird und sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es infektiösen Speichel in die Wunde abgibt.
Nach dem Entfernen ist es wichtig, die Wunde gut zu reinigen und die Hände zu waschen. Dennoch sollte die Stichstelle einige Wochen auf Veränderungen beobachtet werden. Eine kleine Rötung ist allerdings normal.
 
Catharina Tomm
 
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