So sieht Fashion aus recyceltem Meeresmüll und PET-Flaschen aus

 

Umweltschutz und Nachhaltigkeit klappt auch in Sachen Mode. Ein junges Hamburger Modelabel kreiert zum Beispiel Öko-Klamotten aus recycelten Stoffen aus Meeresmüll oder PET-Flaschen. Aber auch große Modeketten setzen zunehmend auf nachhaltig produzierte Produkte.

 

Wie Fashion aus Plastik aussehen kann und welchen neuen Stoff es gibt, das sehen Sie im Video.

 

Alles ist ressourcenschonend hergestellt

 

Jedes Stück aus der Kollektion von Jan ’n June ist nachhaltig, das bedeutet ressourcenschonend produziert. Die Zentrale der jungen Modefirma befindet sich in einem Loft in der Hamburger Speicherstadt. Hier arbeiten Jula Holtzheimer und Anna Bronowski, die Gründerinnen des Labels, an ihrer neusten Kollektion. Erst seit einem Jahr hat das Unternehmen seinen Sitz in diesem hippen und angesagten Ambiente. Denn angefangen hat alles vor fünf Jahren im Elternhaus von Anna.  Aber offensichtlich haben die Frauen mit ihrem Konzept der nachhaltigen und fairen Mode den Nerv der Zeit getroffen.

 

Transparente Wertschöpfungskette

 

"Wir merken auch eine erhöhte Nachfrage. Unser Online-Shop wächst, wir kriegen immer mehr Kunden, die uns finden und kaufen und uns gut finden", berichtet Anna Bronowski.

Von Anfang an war es das Ziel der beiden auch die Wertschöpfungskette transparent offen zu legen. So kann jeder Kunde über eine Eco-ID nachvollziehen, wo der Rohstoff herkommt, wo das Kleidungsstück genäht oder wo der Stoff gestrickt wurde.

Bronowski und Holtzheimer lassen ihre Kleidung im Nachbarland Polen nähen. Sie kennen die Näherinnen sogar persönlich, darauf legen sie großen Wert.

 

Große Unternehmen haben ganze Abteilungen für Nachhaltigkeit

 

Das Hamburger Kaffeeunternehmen Tchibo macht einen beträchtlichen Anteil seines Umsatzes mit Mode. In großen Supermärkten wirbt Tchibo neuerdings mit Info-Ständen für seine nachhaltig produzierten Produkte. Der Umweltschutzgedanke ist bei Tchibo aber kein neuer. Schon 2006 hat der Hamburger Konzern viele Prozesse umgestellt. Mittlerweile gibt es eine ganze Abteilung für Nachhaltigkeit mit rund 30 Mitarbeitern.

"Bei uns hat das zwei Ursprünge, zum einen sind wir ein Familienunternehmen und immer noch in Familienbesitz, das heißt Werte wie Fairness sind sehr stark im Unternehmen verankert und der andere Grund ist, vor 13 Jahren gab es eine Kampagne gegen Tchibo, wo Arbeiterinnen aus Bangladesch auf nicht ganz so gute Arbeitsbedingungen aufmerksam gemacht haben", erklärt Nachhaltigkeitsmanager Darius Schwab.

 

Recycelte Stoffe werden immer besser

 

Für das große Kaffee-Unternehmen war die Umstellung auf nachhaltige Materialien und faire Arbeitsbedingungen anfangs schwierig. Produktmanager Jörg Bramkamp zeigt in der Zentrale in der Hamburger City-Nord die neueste Sportkollektion aus recyceltem Plastik. Waren die Materialien früher nicht so anschmiegsam und bestimmte Farben gab es auch nicht, so sind die Stoffe heutzutage viel weicher und auch farbbrillanter und kommen auch beim Kunden besser an.
Nachteil für Tchibo sind allerdings die Kosten, denn die Produktion von nachhaltiger Mode ist teurer.

 

Recycling ist teurer

 

"Recycling ist teurer, wir bezahlen auch mehr für unsere Produkte im Einkauf, wir sind aber sehr froh, dass wir das intern kompensieren im Sinne der Nachhaltigkeit", so das ernüchternde Urteil des Produktmanagers.

Aber nicht alle Produkte von Tchibo sind schon konsequent nachhaltig produziert. Da hat das kleine Modelabel Jan ’n June, dem Big Player noch einiges voraus. Aber Tchibo will die Recyclingquote nach und nach steigern und sich weiterentwickeln.

Ein guter Plan für Mensch und Umwelt, dem allerdings noch viel zu wenige Unternehmen in Deutschland folgen.

 

Lust auf Weltverbesser?

 

Reporterin und Moderatorin Linda Mürtz ist stehts auf der Suche nach Wegen zur Müllvermeidung, mehr Nachhaltigkeit oder alternativen Ernährungsmodellen. Dafür trifft sie Menschen mit innovativen Ideen, die das Leben auf dieser Erde besser machen wollen. Hören Sie ihren Podcast, darunter auch ein Interview mit den Machern von Jan‘n June unter morgenmacher.podigee.io

 

Linda Mürtz / Nicole Ide

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