Sind E-Zigaretten wirklich harmloser als herkömmliche Glimmstängel?

 

Auch wenn die gesundheitlichen Risiken beim Konsum von E-Zigaretten auf den ersten Blick geringer ausfallen, sind die langfristigen Schäden doch noch gar nicht abzusehen. Der nicht abklingende Hype um E-Zigaretten bringt nun schon seit Jahren eingefleischte Raucher an den elektronischen Glimmstängel. Aber ist die Alternative zur Kippe wirklich gesünder und was reizt die Vaper-Szene so am Dampfen?

 

E-Zigarette ist beliebter Ersatz für Raucher

 

Raucher empfinden die E-Zigarette als gesünder, doch die E-Zigarette ist nicht so gesund wie viele denken, warnen Mediziner. "In der Lunge selber werden kleinste Partikel Dampf aufgenommen. Der Körper nimmt dann aus den Stoffen des Dampfes diese in den Körper auf. Das Nikotin geht in die Blutbahn und auch in den gesamten Körper“, beschreibt der Lübecker Pneumologe Klaar Franzen den Weg des Nikotins.

Forscher von der Uni Mainz empfehlen sogar, dass Deutschland ein generelles Verbot von E-Zigaretten einrichten sollte, weil beim Rauchen die Herzfrequenz zunimmt und die Funktion der Oberarmarterie beeinflusst wird.

 

E-Zigaretten – das unbekannte Risiko

 

Welche Folgen insbesondere regelmäßiges und langfristiges Inhalieren der Inhaltsstoffe des Dampfs hat, lässt sich aktuell kaum abschätzen. Deshalb weißt auch Franzen daraufhin: „Langfristige Folgen oder Schäden kennen wir noch nicht, weil die E-Zigarette viel zu kurz im Handel oder auf dem Markt ist.“ Insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen, vor allem an der Lunge, gehen vor diesem Hintergrund ein derzeit unbekanntes Gesundheitsrisiko ein.

 

Interesse an E-Zigaretten ist groß

 

Trotzdem steigt das Interesse an E-Zigarette weiter an, wie die Messe „The Hall of Vape“ am Wochenende in Hamburg gezeigt hat. Zwar sind der Schadstoffgehalt bei E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten geringer, aber wer wirklich gesünder leben will, sollte weder dampfen noch rauchen.

 

Was ist überhaupt der Unterschied zur Tabak-Zigarette?

 

Bei der E-Zigarette wird ein sogenanntes „Liquid“, eine aromatisierte Flüssigkeit, die Nikotin enthalten kann oder auch nicht, verdampft. Dabei entsteht ein Aerosol, das der Konsument dann inhaliert und ihm dem herkömmlichen Rauchen ähnliches Gefühl gibt. Allerdings, und das ist der Grund für den E-Zigaretten-Boom, ganz ohne die vielen zusätzlichen Giftstoffe einer Tabak-Zigarette.

 

Warum ist die E-Zigarette bei den Vapern so beliebt?

 

„Ich wollte schon lange aufhören zu rauchen, und nur mit dem Dampfen ist mir das gelungen“. „Ich habe damals eine Schachtel am Tag geraucht, mit den E-Zigaretten geht es mir viel besser“. „Früher hatte ich Asthma, seit ich dampfe, tritt das viel seltener auf“. Fragt man ehemalige Raucher, die wesentliche Zielgruppe der E-Zigaretten, nach ihren Beweggründen zum Umstieg, fällt eines auf. Sie alle denken dabei primär an gesundheitliche Vorteile. Doch für viele ist es kein Wechsel hin zum schlechteren Genussmittel. Günstiger soll sie sein, besser schmecken und auch keinen lästigen Zigaretten-Geruch hinterlassen. Besonders schätzen die Vaper die riesige Auswahl am Markt, von fertigen E-Zigaretten-Sets bis hin zu den einzelnen Komponenten: Baseflüssigkeit, Aroma, Nikotin und Verdampfer. Wer Geld sparen will, mischt seine Liquids selbst.

 

Nicole Ide / Lorraine McIlvenny

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