Sie wollen das Leid der Ziegen stoppen: Hamburger entwickeln Kaschmir-Siegel


Es sind grausame Szenen, die Mitarbeiter der Tierschutzorganisation Peta in China und der Mongolei aufgenommen haben. Genau hier kommt sie her, unsere kuschelig weiche Kaschmirwolle, die oft zu Schals oder Oberteilen verarbeitet wird. Die Hamburger Organisation „Aid by Trade Foundation“ will das Leid stoppen und hat das weltweit erste Siegel für nachhaltige Kaschmirwolle entwickelt.

Wie schlecht es den Ziegen wirklich geht, sehen Sie im Video.

Ein Stück mehr Tierwohl

"The Good Cashmere Standard" heißt das neue Siegel. Die Stiftung hat es zusammen mit Tierschutzspezialisten und Experten der Kaschmirproduktion entwickelt. Der Hamburger Unternehmer Michael Otto hat die Stiftung gegründet. „Mit dem „Good Cashmere Standard“ können wir ein ganzes Stück dazu beitragen, dass die Art und Weise, wie Kaschmir gewonnen wird, im Sinne des Tierwohls geschieht“, sagt Tina Stridde von der Aid by Trade Foundation. Auch den Menschen und der Natur, in der die Kaschmirziegen leben, würde das Siegel zugutekommen.

Unterstützung kommt von großen Modefirmen

Ab Herbst 2020 wird das Siegel zum ersten Mal in den Geschäften an Kaschmirprodukten hängen. Es soll die Kunden zum Kauf animieren. Mit dabei sind große Fashion-Konzerne wie H&M, Hugo Boss, Lacoste oder Jack & Jones.

Kritik bleibt trotzdem bestehen

Ob das Siegel die Verbraucher erreicht und sich durchsetzt, wird sich zeigen. Tierschützer jedoch kritisieren, dass Kleidung aus Kaschmir immer mit Tierquälerei verbunden sei. Standards oder Zertifikate würden lediglich das Gewissen der Verbraucher beruhigen und die Gewinne von Mode- und Textilmarken sichern. Sie raten dazu lieber ganz auf Kaschmir zu verzichten.

 

Nicole Ide / Christo Tatje

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