Sie tun alles für den Scheich: Mitarbeiter von Hamburger Luxus Kaufhaus vorgeführt

 

Er lässt sich auf Händen tragen, weil er angeblich nicht mehr laufen kann, er lässt sich den Rücken kraulen und macht immer wieder Frauen- und schwulenfeindliche Kommentare- ein vermeintlich reicher Scheich ist auf Shopping Tour im Hamburger Luxus Kaufhaus „Alsterhaus“. Die Mitarbeiter erfüllen ihm all seine Wünsche und bedienen ihn gebührend.

 

Was sie nicht wissen: das Ganze ist eine Satire- Aktion der Modeblogger Dandy Diary. Der Scheich und seine drei Frauen in Burka sind nicht echt- die vier versteckten Kameras, die sie dabei haben, dagegen schon. Sie nehmen alles auf und zeigen in dem zehnminütigen Video, wie demütig die Mitarbeiter des Kaufhauses alles für den Scheich tun, obwohl der einige (moralische) Grenzen überschreitet.  

 

Hier können Sie sehen, was sich der „Scheich" alles herausnimmt.

 

Dessous als Geschenk für die 15-jährige Ehefrau

 

Während einer der Mitarbeiter den Scheich zu einem privaten Fahrstuhl geleitet, erzählt der ihm ein bisschen über seine dritte und neuste Frau. Sie habe bald Geburtstag und werde dann „süße“ 15 Jahre alt. Als Geschenk wolle er ihr Unterwäsche kaufen. Dabei sind die Verkäuferinnen in der Lingerie Abteilung behilflich und halten der vermeintlichen Ehefrau die Dessous an die Burka.

 

Die Mitarbeiter nehmen seine Kommentare und Aufforderungen einfach hin, ohne etwas zu sagen. Manche lächeln und nicken nur freundlich. Nur einmal schreitet ein Mitarbeiter ein und zwar als der „Scheich“ genüsslich eine Zigarette raucht. Er solle sie doch bitte ausmachen, sonst gebe es Probleme mit den Feuermeldern.

 

Krasser Streich- aber wer wird hier eigentlich parodiert?

 

Produziert wurde das Video von den Mode Bloggern „Dandy Diary“, die schon seit Jahren mit skurrilen Aktionen auf Missstände in der Modeindustrie aufmerksam machen. Unter Klipp aus dem Alsterhaus, das die Dandy Diary Macher „Fata Morgana“ nennen, werfen sie selber mehr Fragen auf, als das sie Antworten geben.  
 

"Fata Morgana ist eine Satire. Aber auf was denn schlussendlich eigentlich? Auf die Kultur der Scheichs? Oder aber auf eine Industrie, die - sobald das Bakschisch stimmt - offensichtlich keine Grenzen mehr kennt? Darf der weiße Mann 2019 die arabische Kultur parodieren, um das weiß-kapitalistische System zu entlarven?“

Tatsächlich ist nicht ganz klar, wen Modeblogger hier parodieren wollen. Wenn es ihnen wirklich um die Modeindustrie und den Kommerz geht, stellt sich die Frage, ob es der richtige Weg ist „einfache“ Verkäufer bloßzustellen. Vielleicht geht es am Ende doch nur um die Klickzahlen des Videos…

 

Maria Patz

 

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