Schwerwiegende Vorwürfe gegen Schlachthof

 

Wieder soll es einen Schlachthof-Skandal in Niedersachsen geben. Die Tierschützer der „SOKO Tierschutz“ erheben Vorwürfe gegen einen Schlachthof und mehrere Landwirte aus dem Landkreis Stade. Videoaufnahmen von Tiertransporten und aus dem Schlachthof sollen die Vorwürfe belegen. Die Bilder und die Reaktion des zuständigen Landkreises sehen Sie im Video.

 

Illegale Schlachtung

 

Die Aufnahmen aus diesem März sollen zeigen, wie kranke, schwer verletzte und sogar tote Milchkühe mit Seilwinden auf Transporter gezogen werden. Tiere, die nicht mehr stehen können, werden auch „Downer“ genannt. Außerdem soll auf den Videosequenzen zu sehen sein, wie Kühe im Schlachthof ankommen und zur Schlachtung aufgehängt werden. Die Tierschützer der „SOKO Tierschutz“ bemängeln, dass ein auf den Aufnahmen zu sehender Tierarzt die Tiere nicht wie vorgeschrieben kontrolliere, sondern wieder umdrehe. Die Schlachtung und Weiterverarbeitung von kranken und toten Tieren ist rechtswidrig.

 

Burger, Döner und Köttbullar aus Fleisch von kranken Tieren?

 

Dennoch soll das Fleisch an Betriebe in der Region Hamburg und in die Niederlande gegangen sein. Dort wurde es möglicherweise zu Dönerspießen, Burgern und Köttbullar weiterverarbeitet und könnte schließlich in den Handel gelangt sein. Die „SOKO Tierschutz“ hat nun Strafanzeige gegen den Schlachthof, 15 Landwirte aus der Region und das zuständige Veterinäramt gestellt. Sie sprechen von einem kriminellen Netzwerk aus Landwirten, Viehhändlern und Tierärzten im gesamten Bundesgebiet, das den Handel mit sogenannten Downer-Kühen betreibe und unterstütze.

 

Landkreis Stade schließt Schlachthofbetrieb

 

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat der Landkreis Stade den betroffenen Schlachtbetrieb kontrolliert und bis auf weiteres geschlossen. Am Tag der Schließung bereits ausgeliefertes Fleisch ist zurückgeholt worden. Eine Sprecherin teilt uns außerdem mit, dass der Landkreis die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unterstützen werden und mittlerweile auch eine Anzeige wegen Verstöße gegen den Tierschutz gestellt habe.

 

Bisher keine Verstöße

 

Den Vorwurf der „SOKO Tierschutz“, der Betrieb sei bereits vorher als Problembetrieb bekannt gewesen, weist die Sprecherin zurück. Bei vorherigen regelmäßigen, teils aber auch unangekündigten Kontrollen, waren offenbar keine Mängel an den angelieferten Kühen und im Umgang mit den Tieren aufgefallen. Es habe allerdings in diesem Jahr bereits Hinweise auf Verstöße der Transporteure gegeben, denen nachgegangen werde.

 

Carmen Gocht / Mareike Baumert

 

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