Schläger schwingend im Garten: Hockeyclub Delmenhorst trainiert virtuell

 

Terrasse statt Kunstrasenplatz und Videochat statt Mannschaftstraining- das ist der kreative Weg des Hockeyclubs Delmenhorst, damit die Jugendlichen auch dann am Ball bleiben, wenn wegen der Coronakrise normales Training nicht erlaubt ist.

 

Im Video zeigt die elfjährige Spielerin Clara Mügge, wie dieses außergewöhnliche Training für sie, ihre Teamkolleginnen und ihren Trainer nun aussieht.

 

Der Trainer sitzt in seinem Wohnzimmer

 

Das Prinzip ist ganz einfach:  Die Mannschaft schaltet sich über eine Videochat-App zusammen. So sieht Trainer Nils Hübner, ob die Jugendlichen ihre Übungen richtig machen oder an welcher Stelle er noch korrigieren muss. Unterstützt wird er dabei von mindestens einem weiteren Trainer, damit auf alle Spieler geachtet werden kann. Die Idee kam dem Hockeyclub Delmenhorst, weil die Mannschaften wegen der Corona-Beschränkungen nicht mehr gemeinsam trainieren durften. „Am Anfang war es tatsächlich schwierig für den Ablauf. Man musste erstmal ein bisschen gucken: Was geht und was geht nicht? Da bietet das Internet ein Glück ein bisschen Hilfe, dass man auch viele Hockeyspieler sieht, die zuhause trainieren, viele Sportler, die allgemein ja jetzt mit der Situation klar kommen müssen. Und da konnte man sich Inspiration holen", sagt Trainer und Jugendkoordinator Nils Hübner. In seinem Wohnzimmer liegt nun ein kleiner grüner Kunstrasen, auf dem er den Jugendlichen die Technik-Übungen vormacht. 

 

Auch Mama muss helfen

 

Aber nicht nur Trainer und Spieler mussten sich umgewöhnen. Claras Mutter Fiona muss nun beim Training im eigenen Garten in Ganderkesee dafür sorgen, dass ihre Tochter beim Training gut zu erkennen ist. „Ein Tablet haben wir schon zerstört, weil das im Wind umgekippt ist, also filme ich jetzt immer und das macht auch Spaß." Dass es diese Möglichkeit des Trainings gibt, weil die Trainer im Hockeyclub motiviert sind, findet Fiona Mügge gut, denn so langweilen sich die Kinder weniger.

 

Sehnsucht nach dem Kunstrasenplatz

 

Clara findet diese Art des Trainings zwar „ziemlich cool“, vor allem, weil sie so ihre Teamkolleginnen wenigstens über den Bildschirm sehen kann. Trotzdem sehnt sie sich natürlich nach dem Hockeyplatz. „Ich wünsche mir schon, dass wir alle wieder zusammen auf dem Platz stehen, und dass wir wieder spielen können und gegen andere Teams. Und das macht mir halt mehr Spaß, als jetzt zuhause alleine das zu machen und nur meine Teamkameraden durch das iPad zu sehen“, gibt die Elfjährige ehrlich zu. Aber bis das normale Training wieder möglich ist, übt Clara eben fleißig im Garten und auf der Terrasse weiter- einsam, aber irgendwie doch gemeinsam.

 

Mareike Baumert

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