Sara Nurus neuer Job hat nichts mit Modeln zu tun

 

Sara Nuru platzt vor Freude, das Model ist momentan auf Promo-Tour in Hamburg. Ihr erstes Buch „Roots“ (dt: Wurzeln) ist seit einer Woche auf dem Markt: „Es ist sehr privat und es steckt sehr viel Herzblut drin.“ In dem Buch erzählt sie ihre persönliche Geschichte und schreibt über das, was ihr wirklich wichtig im Leben ist.

 

Welches skurrile Erlebnis Sara Nuru dazu gebracht hat, ihre Modelkarriere hinten anzustellen, sehen Sie im Video.

 

Der große Durchbruch vor 10 Jahren

 

Vor 10 Jahren gewinnt die 30-Jährige Germany’s Next Top Model. Der Sieg macht sie nicht nur deutschlandweit, sondern auch international bekannt. Jahrelang arbeitet sie danach hauptsächlich als Model, unter anderem für H&M, S-Oliver oder Steffen Schraut. Sie lebt ein Jahr in New York. Mittlerweile hat es sie nach Berlin verschlagen. Aber nur schön sein? Das war ihr irgendwann zu oberflächlich, wie sie im Video verrät.

 

Modeln allein reicht Sara Nuru nicht mehr aus

 

Was sie nicht kann, das ändert die Tochter äthiopischer Einwanderer, die in Bayern geboren und aufgewachsen ist: Sie entdeckt ihre Wurzeln, wird Botschafterin für die Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen“. Gründet schließlich mit ihrer Schwester Sali das Food Start-Up: „Nuru Coffee“ und einen Verein „NuruWomen“ der äthiopischen Frauen vor Ort mit Mikrokrediten ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Im Hinterkopf hat sie dabei immer ihre eigene Geschichte: „In allen Frauen denen ich Stückweit begegne sehe ich auch meine Mutter, die leider auf Grund von Perspektivlosigkeit vor 33 Jahren ihr Land verlassen musste. Was wir mit meiner Schwester und ich hier heute tun ist, wir versuchen den Frauen im eigenen Land eine Perspektive zu geben. So dass sie nicht gezwungen sind ihre Heimat zu verlassen.“

 

Deswegen ist das Model  jetzt regelmäßig in Hamburg

 

Im vergangenem Jahr hat das Bundesministerium für Wirtschaft die 30-Jährige sogar zur Botschafterin für fairen Handel ernannt. Wegen ihres Kaffees ist die Wahl-Berlinerin regelmäßig in Hamburg. Hier landet ihre Ware aus Äthiopien. „Und immer wenn ich hier bin, habe ich eigentlich so eine Aufregung, weil ich weiß, es gibt neuen frischen Kaffee und ich liebe das und wenn ich dann hier bin und wir den Kaffee testen und wir dann quasi die ganzen Säcke sehen und ja das ist so meine Assoziation mit Hamburg.“

Vom farbigen Einwandererkind zum Top-Model und ab ins faire Kaffeebusiness, genug Stoff für ein ganzes Buch. Es geht um Identität, Integration und den Mut neue Wege zu gehen. Denn am Ende des Tages wird Mut belohnt, das ist Saras feste Überzeugung.

 

Nicole Ide / Antonia Giese

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