Rücksichtslose Party im Norden: Kommt jetzt das Alkoholverbot?

 

Rund 22.000 Menschen feierten laut Polizei am Samstag auf dem Hamburger Kiez, etwa 2.000 waren es im Schanzenviertel. Wegen des großen Andrangs musste die Große Freiheit gleich mehrfach abgesperrt werden. Und auch wenn die Situation nach Angaben der Polizei zu keinem Zeitpunkt eskalierte, beobachten die Beamten vor allem zu späterer Stunde eine deutliche Vernachlässigung der Schutzmaßnahmen.

 

Hamburg: Alkohol-Verkaufsverbot „unausweichlich“

 

„Wir stellen fest, dass im Laufe des Abends bei den Leute mit steigendem Alkoholkonsum die Einsicht ein bisschen sinkt. Und natürlich auch, wenn sie den Alkohol beziehen können - gerade in diesem Bereich - die Leute dort auch länger verweilen. Das ist natürlich aus polizeilicher Sicht etwas, dass die Eindämmungsverordnung nicht eingehalten werden kann, weil die Leute länger dort bleiben und sich dort auch ballen“, so Holger Vehren von der Polizei Hamburg.
Und das, obwohl das vergangene Wochenende unter ganz besonderer Beobachtung stand. Seit einigen Tagen steht ein Alkohol-Verkaufsverbot im Raum. Jetzt ist es laut Gesundheitsbehörde unausweichlich.

 

Zugangsbeschränkungen in Lübeck

 

Nicht nur Hamburg, auch Schleswig-Holstein versucht Menschenansammlungen zu vermeiden. Seit Freitag gelten an Lübecker Party-Hotspots wie dem Drehbrückenplatz und der Clemensstraße Zugangbeschränkungen. Gerade die 90 Meter lange und vor allem schmale Straße war in den vergangenen Tagen immer mehr zur überfüllten Partymeile geworden. Laut Stadt haben die Maßnahmen an diesem Wochenende jedoch Wirkung gezeigt. Zusammen mit Polizei und Ordnungsamt hat Lübecks Bürgermeister die Einhaltung der neuen Regeln überwacht und ist zufrieden: „Wir konnten an beiden Plätzen feststellen, dass die Zugangsbeschränkungen eingehalten worden sind, das heißt am Drehbrückenplatz waren immer weniger als 100 Personen und in der Clemensstraße unter 55 Personen.“

 

Grünes Licht in der Lübecker Bucht

 

Damit es an den Stränden im Norden gar nicht erst zu voll wird, werden hier am 22 Kilometer langen Strand in der Lübecker Bucht Besucher gezählt. Bis zu viermal am Tag geben Strandkorbvermieter ihre Einschätzung zur Belegung des entsprechenden Strandabschnitts an die Tourismuszentrale weiter. Das Ergebnis landet auf der Website Strandticker.de über die sich Besucher vorab informieren können, wie voll der Strand aktuell ist. „Wir geben das so raus, dass wir ein Ampel-System haben wie man es im Straßenverkehr kennt mit rot, gelb und grün. Bei Rot ist es dann etwas sehr eng, sodass man an den Strand wechseln kann, wo es noch grün oder gelb ist“, erklärt Paul Stellmacher, Projektleiter Strandticker.de. An der Lübecker Bucht gaben die Ampeln am vergangenen Wochenende grünes Licht.

 

Entscheidung in Hamburg am 27. Juli

 

In Hamburg reichten Ermahnungen und Informieren nicht aus. Morgen entscheidet sich, wie genau das Alkohol-Ausschankverbot in Hamburg aussehen soll.

 

Christina Hecking / Elena Rosemeyer

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