Rollstuhlrampe an der Uniklinik Lübeck gleicht einem Beton-Labyrinth

 

Das Universitätsklinikum in Lübeck wurde gerade für rund 270 Millionen Euro saniert. Auch für Rollstuhlfahrer gibt es einen neuen Weg ins Hauptgebäude. Doch der ist alles andere als rollstuhlgerecht: er enthält mehrere scharfe Kurven und versperrt den Rollstuhlfahrern durch hohe Betonwänden die Sicht. Patient André Rose muss die abwegige Zuwegung täglich benutzen.

Was für eine Anstrengung das bedeutet, sehen Sie im Video.  

 

„Ich kann mir die Bauweise wirklich nicht erklären“

 

Laut UKSH waren bei der Planung der neuen Rollstuhlrampe auch Behindertenbeauftrage beteiligt. Der Vize-Landesbauftragte für Menschen mit Behinderungen, Dirk Mitzloff, kann sich das nur schwer vorstellen. Er fordert die Verantwortlichen auf mit ihm zu sprechen. „Wir müssten dann mal alle gemeinsam klären, wo diese Idee entstanden ist. Ich würde dann gerne mal erläutern, was man da alles noch tun kann.“

 

„Wir haben die Anlage prüfen lassen“

 

Der Pressesprecher des UKSH, Oliver Grieve, kann die Aufregung durchaus verstehen. Er ist sich trotzdem keiner Schuld bewusst. „Wir haben das Bauvorhaben vom Bauordnungsamt abnehmen lassen und sie wurde von einem Spezialisten gebaut.“ Baufehler könne er also ausschließen. Das Gefälle der Rampe sei mit 5,9 Prozent immerhin unter der baurechtlichen Obergrenze von 6 Prozent. Außerdem seien bereits Änderungen geplant: „Es werden noch Handläufer eingebaut, es wird eine Rollenführung, die das Kurvenverhalten verbessern, geplant. Und es werden Verschönerungen vorgenommen, eine Bepflanzung ist angedacht." Ob die Änderungen für die Rollstuhlfahrer zufriedenstellend sind, dürfte bezweifelt werden.  

 

Dania Maria Hohn / Camilla von Elm

 

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