Riesen-Bärenklau: Warum die Pflanze bekämpft wird

 

Er sieht hübsch aus, wächst mehrere Meter hoch und glänzt mit weißen Blüten: Der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt. Doch der Schein trügt: Diese Pflanze ist gefährlich und hochgiftig. Wegen der aktuellen Hitze breitet sie sich immer weiter aus – auch bei uns im Norden.

 

Feldzug gegen Massenausbreitung


Naturschützer haben deshalb heute in einem Feldzug in Molsee bei Kiel eine Riesen-Bärenklau-Kolonie entfernt. Seit Jahren kämpft Schleswig-Holstein gegen die Ausbreitung der Giftpflanze an. „Die Keimfähigkeit der Pflanze beträgt 6 bis 8 Jahre, was sehr lang ist. Für die Bekämpfung braucht man deshalb einen 10 Jahresplan“, erklärt Niels Jensen. Der Rentner hat in den letzten Jahren bereits 267 Kolonien in Schleswig-Holstein ausgerottet.

 

Wie erkenne ich Riesen-Bärenklau?


Bärenklau ist nicht gleich Bärenklau. Wichtig ist die Pflanze zu erkennen. Denn der heimische Wiesen-Bärenklau unterscheidet sich von dem hochgiftigen Riesen-Bärenklau. Der Wiesen-Bärenklau ist um einiges kleiner und auch ungefährlicher als sein großer Bruder. Zwar kann es bei Hautkontakt auch zu Reizungen kommen, die sind aber wesentlich geringer.

 

Schwere Verbrennungen


Die berüchtigte Giftpflanze ist hingegen der Riesen-Bärenklau. Die Pflanze wurde in den letzten Jahrzehnten nach Europa eingeschleppt und treibt seitdem hier sein Unwesen. Sie wird bis zu vier Meter hoch. Schon bei der kleinsten Berührung kann es zu schweren Hautentzündungen kommen. Denn der Pflanzensaft ist extrem aggressiv und gibt bei Sonnenlicht Giftstoffe frei. Diese entfernen den natürlichen UV-Schutz auf der Haut, was bei Sonneneinstrahlung zu heftigen Verbrennungen führt. „Wenn man mit dem Saft in Kontakt kommt, sollte man es sofort abwaschen“, rät Niels Jensen. Hauptsächlich lässt sich die Pflanze an Waldrändern und in der Nähe von Gewässern finden.

 

Wie entferne ich die Pflanze im heimischen Garten?


Aber auch in Gärten kann sich der Riesen-Bärenklau breit machen. Sollten Sie ihn im Garten entdecken, ist Vorsicht geboten. Herkulesstauden breiten sich invasiv aus und sollten daher frühzeitig ausgegraben werden. Ist die Pflanze bereits ausgewachsen, tragen Sie bei der Entfernung Schutzkleidung und Handschuhe, um Verletzungen vorzubeugen.

 

Malena Menezes/ Karsten Krönke

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