Rathausaffäre: Ministerpräsident Weil sagt vor Gericht aus

 

Die sogenannte Rathausaffäre sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Seit Dezember steht in Hannover der ehemalige Oberbürgermeister Stefan Schostok vor Gericht. Er soll von illegalen Gehaltszulagen gewusst, sie aber nicht gestoppt haben. Jetzt hat ein besonders prominenter Zeuge ausgesagt: Ministerpräsident Stephan Weil stellte sich den Fragen der Richter.

 

Darum geht es in der Affäre

 

Es geht um Lügen, Macht und Intrigen. Stefan Schostok, Hannovers ehemaliger Oberbürgermeister, muss sich wegen des Vorwurfs der schweren Untreue verantworten. Er soll von unzulässigen Gehaltszulagen für seinen damaligen Bürochef Frank Herbert gewusst, sie aber nicht rechtzeitig angezeigt haben. Die Affäre kostete ihn sein Amt, im Mai 2019 trat Schostok zurück.

 

Die ausführlichen Hintergründe der Rathausaffäre erklären wir hier

 

Weil überreichte Schostok Personalakte

 

Seit wann wusste Stefan Schostok von den illegalen Zahlungen? Diese Frage will das Gericht mithilfe von Stephan Weil klären. Heute sagte der Ministerpräsident aus, dass er dem ehemaligen Oberbürgermeister am 1. März 2018 Unterlagen aus der Stadtverwaltung übergeben habe. Darin soll es um die Rechtswidrigkeit der Zahlungen gegangen sein. „Daraufhin hat der Ministerpräsident dann weiter ausgeführt, dass er davon ausgegangen sei, der Angeklagte Schostock würde sich um alles weitere kümmern“, erklärt Dominik Thalmann vom Landgericht Hannover.

 

Urteil könnte Ende März fallen

 

Stefan Schostok hat die Vorwürfe gegen ihn vor Gericht bisher zurückgewiesen. Der nächste Verhandlungstag ist der 17. März. Dann sollen Staatsanwaltschaft und Verteidiger ihre Plädoyers halten. Das Urteil im Prozess könnte am 30. März fallen.

 

Jan Bockemüller / Luisa Ziegler

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