Prozessauftakt: Nachhilfelehrer gibt sexuellen Missbrauch von Schülerinnen zu

 

Vor dem Landgericht Braunschweig hat ein 60-Jähriger zugegeben, zwei Schülerinnen sexuell missbraucht zu haben – statt ihnen Nachhilfeunterricht zu geben. Die Mädchen waren zwölf beziehungsweise später 13 Jahre alt und sollen mindestens 27 Mal von dem Mann angefasst worden sein.

 

Welche Strafe ein Nebenklagevertreter jetzt fordert – dazu mehr im Video.

 

Mutter eines Opfers hat ihn offenbar erwischt

 

Die Nachhilfestunden gab der Angeklagte den Mädchen privat bei sich zu Hause. Die Mutter eines Opfers berichtet: „Ich machte die Tür auf und sah wie sein ganzer Unterarm unter dem T-Shirt meiner Tochter war, an ihrer Brust. Jeder andere Mensch hätte sich erschrocken. Aber er hat ganz ruhig die Hand wieder aus dem T-Shirt gezogen und mit dieser Hand auch den Kaffee entgegen genommen.“ Danach habe die Frau völlig neben sich gestanden.

 

„Ich schäme mich“

 

Laut Staatsanwaltschaft wollte der Nachhilfelehrer die Mädchen vermutlich demütigen. Demnach sollte eine Schülerin während einer Nachhilfestunde offenbar den Kopf hinhalten, damit er ihr ins Gesicht schlagen könne. Der Angeklagte äußert sich heute nur sehr zögerlich zu den Vorwürfen. „Wenn ich mich unpräzise ausdrücke, dann liegt das nicht daran, dass ich nicht aussagen möchte. Ich schäme mich“, sagt er.

 

Angeklagter ist vermutlich Wiederholungstäter

 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der 60-Jährige früher bereits unter anderem wegen versuchten Mordes, Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen verurteilt worden. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. 

 

Friederike Gründken / Roland Rickelmann

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