Prozess gegen Kokainhändler


Das Bremer Landgericht hat am Donnerstag drei Männer wegen Beihilfe zum Kokainschmuggel und Kokainhandel zu langen Haftstrafen verurteilt. Ein 57-Jähriger muss für neun Jahre ins Gefängnis, ein 41-Jähriger für sieben Jahre. Für einen 42-Jährigen verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten und ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Ursprünglich sechs Angeklagte


Der Prozess hatte im September vergangenen Jahres mit sechs Angeklagten begonnen. Später wurde das Verfahren allerdings aufgeteilt. Den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, die drei Männer hätten als Bande gehandelt, wies die Kammer letztlich zurück. Sie sah auch keine Beweise dafür, dass der 57-Jährige der Drahtzieher war.

Umschlagplätze in Bremerhaven und Hamburg


Die Kammer des Landgerichts sah es als bewiesen an, dass die drei Männer in unterschiedlicher Beteiligung an der Einfuhr von Kokain über den Hafen in Bremerhaven beteiligt waren. In einem Fall ging es um 30 Kilo Kokaingemisch. In einem anderen Fall hatten Ermittler in Rotterdam 48 Kilo Kokaingemisch entdeckt, durch Paniermehl ersetzt und mit einem Peilsender versehen. Bremerhaven gilt neben Hamburg als wichtiger Umschlagsplatz für Kokain-Schmuggel über Häfen. Alleine 2017 wurden in der Stadt an der Wesermündung laut Zollfahndungsamt Hamburg rund 1,5 Tonnen Kokain umgeschlagen. In Hamburg waren es über vier Tonnen. Das Rauschgift stammt meist aus Südamerika. Oft sind die Container auf der Weiterreise nach Russland oder Spanien. Einer der spektakulärsten Funde gelang den Fahndern im September 2017. Im Bremerhavener Überseehafen entdeckten sie in einem Container 1,1 Tonnen Kokain mit einem Straßenverkaufswert von rund 200 Millionen Euro. Der 20-Fuß-Container kam aus Südamerika und war für Spanien bestimmt.


Quellen: RTL Nord, dpa

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