Pilze sammeln - aber welche?

 

Wer Pilze sammeln möchte, sollte sich vorher gut informieren, welche Arten genießbar sind und welche nicht. Zum Sammeln benötigt man nicht viel: Korb oder Eimer, ein Küchenmesser und ein Bestimmungsbuch. Für Pilzsammler ist ein gutes und aktuelles Bestimmungsbuch geradezu unerlässlich. Anfängern empfiehlt sich die Teilnahme an Pilzexkursionen, wie sie Volkshochschulen oder der NABU anbieten. Beim Sammeln sollten dazu einige wichtige Regeln berücksichtigen werden: Nur ernten, was man auch hundertprozentig kennt oder bestimmen kann. Sollten Bestimmungsprobleme auftauchen, dann die Pilze lieber stehen lassen oder eine Pilzberatungsstelle aufsuchen. Den nächsten Pilzsachverständigen in Ihrer Nähe finden Sie hier.

 

Welche Pilze eignen sich für Anfänger in Norddeutschland?

 

Steinpilz (Juli bis November)

Der Steinpilz gehört zu den beliebtesten Arten. Auf dem bauchigen, hellen Stiel sitzt ein acht bis 30 Zentimeter großer Hut. Dieser ist dick und polsterförmig gewölbt. Der hellbraune Hut junger Exemplare färbt sich mit der Zeit dunkelbraun. Die zunächst weißen Röhren nehmen mit zunehmendem Alter eine gelbliche bis olivgrüne Färbung an. Das weiße Fleisch weist an den Schnittstellen keine Verfärbung auf und schmeckt nussig. Bereits beim Sammeln verströmt der Steinpilz einen angenehm aromatischen Duft. Vor allem junge Steinpilze kann man leicht mit dem Gallenröhrling verwechseln. Dieser ist zwar extrem bitter - aber nicht giftig.

 

Marone (Juni bis November)

Findet man eine Marone, hat man oft bald den halben Korb voll. Denn der Maronen-Röhrling wächst meistens in Gruppen, am liebsten von Juni bis November. Der braune Hut ist bei jungen Maronen halbkugelig, bei Älteren nimmt er eine flach gewölbte Form an.

Die weiblichen, später gelblichen oder olivgrünen Röhren nehmen auf Druck eine blaue Färbung an. Auch das weiß-gelbliche Fleisch färbt sich an der Schnittstelle bläulich. Mit zunehmendem Alter nimmt die Marone, die auch Braunkappe genannt wird, eine schwammige Konsistenz an.

 

Krause Glucke (Juli bis November)

Von Juli bis November gedeiht die Krause Glucke, die wie ein Badeschwamm aussieht. Die würzige, nussige Krause Glucke kann bis zu 20 Zentimeter hoch und 30 Zentimeter breit werden. Das weiße bis gelbliche Fruchtfleisch ist aromatisch und fest. Ältere bräunliche Exemplare sollte man meiden, da sie bitter schmecken können.

 

Gemeiner Riesenschirmling, Parasol (Juli bis November)

Das eindeutige Merkmal der Gemeinen Riesenschirmlinge oder Parasole ist der verschiebbare Ring am Stiel, der vom Aroma noch nussiger ist als der Rest. Die Pilze erreichen enorme Größen. Der Hut erreicht Durchmesser von fast einem halben Meter und wird deshalb bevorzugt wie ein Schnitzel zubereitet. Parasole wachsen zunächst pflaumenförmig, spannen sich dann Ufo-artig auf und werden flach wie ein Sonnenschirm. Roh genossen ist der Riesenschirmpilz giftig und verursacht Störungen im Margen - Darm - Trakt. Manche Menschen können bei angeborener Prädisposition allergisch auf das Pilzeiweiß reagieren.

 

Vorsicht, giftige Doppelgänger!

 

Bei einigen Speisepilzen besteht eine starke Verwechslungsgefahr mit ähnlich aussehenden Giftpilzen. Der grüne Knollenblätterpilz zählt zu den gefährlichsten Pilzen Deutschlands, er sieht dem zum Verzehr geeigneten Waldchampignon zum Verwechseln ähnlich. Rund 90 Prozent aller tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen in Deutschland sind auf den Knollenblätterpilz zurückzuführen. Auch der bekömmliche Gemeine Riesenschirmpilz kann wiederum leicht mit dem giftigen Gemeinen Giftriesenschirmling verwechselt werden. Der aromatische Graublättrige Schwefelkopf ist kaum vom giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf zu unterscheiden. Und auch der leckere Perlpilz hat einen giftigen Doppelgänger, den ähnlich aussehenden Pantherpilz. Die meisten Waldpilze sind im rohen Zustand giftig oder ungenießbar, daher sollte man sie ausschließlich zubereitet genießen. Matschige oder madige Exemplare dürfen nicht gegessen werden. 

 

Treten nach einer Pilzmahlzeit Symptome wie etwa Schweißausbrüche, Durchfall oder Benommenheit auf, besteht die Gefahr einer Vergiftung. Suchen Sie in diesem Fall umgehend einen Arzt oder eine Klinik auf. In größeren Städten wie etwa Hamburg oder Berlin gibt es auch Giftnotrufzentralen. Auch das Giftinformationszentrum Nord berät rund um die Uhr: Giftnotruf Tel. 0551 19240

 

Liegt die Mahlzeit weniger als fünf Stunden zurück, ist eine gute Erstmaßnahme den Magen durch Erbrechen zu entleeren. Hierfür am besten den Gaumen kitzeln. Das Erbrochene und falls möglich vorhandene Speisereste zur Identifizierung mit zum Arzt nehmen. Macht sich die Vergiftung erst nach acht oder mehr Stunden bemerkbar, sofort den Notarzt rufen, denn dann besteht akute Lebensgefahr.

 

Stefanie Seit

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