Pfleger soll schwerbehinderte Frauen vergewaltigt haben

 

Drei schwerbehinderte Frauen aus einem Pflegeheim in Hannover soll der 59-Jährige mehrfach missbraucht und vergewaltigt haben. Ihr Peiniger ging dort täglich ein und aus, denn er arbeitete dort als ihr Pfleger. Seine Taten filmte er mit dem Handy. 14 Straftaten zwischen Oktober 2011 und März 2018 werden ihm vorgeworfen. Fast sieben Jahre lang verging er sich an den wehrlosen Frauen. Seit Mittwoch steht er deshalb vor dem Landgericht Hannover.

 

Warum das Geständnis für die Nebenklage ein Schock ist, sehen Sie im Video.

 

„Die innere Stimme sagt du sollst das nicht und trotzdem habe ich es gemacht.“

 

Beim Prozessauftakt hörte Roland W. der Anklageverlesung ruhig, fast unbeteiligt zu. Die Schilderung seiner Taten ließ er einfach an sich vorbeiziehen. Auf die Frage der Richterin: „Ist das so richtig, was in der Anklage steht?“, räumte er die Taten ein.
Er schilderte, dass seine ehemalige Verlobte ihn in der Beziehung getreten, gekniffen und ins Kreuz geschlagen haben soll. Er sei deshalb in einem emotionalen Loch gewesen. Es falle ihm sehr schwer über die Beziehung zu sprechen.
An drei Frauen, die alle keine Gegenwehr leisten konnten, habe er sich dann immer wieder vergriffen. Das habe er immer gefilmt. Roland W. schilderte, dass er die Bewohner in seiner Funktion als Pfleger ja eh immer anfassen musste, den Intimbereich sauber machen musste und irgendwann sei dann einfach die Hemmschwelle weg. „Die innere Stimme sagt du sollst das nicht und trotzdem habe ich es gemacht. Ich möchte es ungeschehen machen“, sagte der 59-Jährige heute vor Gericht. Ob er die Taten aus Trieb oder Stress begang, wisse er nicht, es sei wie ein Zwang gewesen.

 

Prozess startet zum zweiten Mal

 

Eigentlich hatte der Prozess gegen den geständigen 59-Jährigen bereits im vergangenen Jahr begonnen. Da der angeklagte psychiatrisch begutachtet werden musste, wurde der erste Prozess ausgesetzt und heute von Neuem aufgerollt.

 

Charlott Gawlik / Catharina Tomm

 

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