Oase der Hoffnung: Ein Tag zum Verwöhnen für die Hamburger Obdachlosen

 

Ein Friseurbesuch, ein gutes Essen oder eine kostenlose Zahnbehandlung. Es sind Angebote, die für Menschen ohne Zuhause und ohne Perspektive ein seltener Luxus sind. Beim 20. Hamburger Wohlfühlmorgen am vergangenen Sonnabend konnten jetzt arme oder obdachlose Menschen einen Tag lang die Straße und ihre Sorgen hinter sich lassen und die Aufmerksamkeit und Pflege von 80 Ehrenamtlichen genießen.

 

Was dieser Tag für den obdachlosen Ralf bedeutet, sehen Sie im Video.

 

Hamburg ist reich an Armut

 

Rund 107.000 Familien, darunter knapp 52.000 Kinder, leben in Hamburg von Hartz IV. Und es gibt dennoch Menschen, denen es noch schlechter geht. 4000 bis 5000 Obdachlose leben auf Hamburgs Straßen ohne Zuhause, ohne warme Mahlzeiten und wärmende Kleidung und meistens auch ohne Perspektive. Das Projekt „Hamburger Wohlfühlmorgen“ kann zwar das Problem der Armut nicht aus der Welt schaffen, aber es kann für einen Tag Respekt und Achtung schenken und den hilfsbedürftigen Menschen zeigen, dass sie von der Gesellschaft nicht vergessen werden. Dafür hat sich der Malteser Hilfsdienst, die Caritas, der Sozialdienst katholischer Frauen und die Alimaus zusammengeschlossen.

 

Körperlich, kulinarisch und vor allem geistlich

 

Natürlich dient der Hamburger Wohlfühlmorgen dazu endlich mal wieder heiß zu duschen, etwas Gutes zu essen oder vielleicht auch mal den geliebten Vierbeiner und vielleicht auch einzigen Freund durchchecken zu lassen, dennoch ist der Tag auch für die sozialen Kontakte extrem wichtig: Endlich mal wieder reden, sich austauschen und sich in die Gesellschaft einfügen. Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard ist begeistert von dem bis zu viermal im Jahr stattfindenden Aktionstag und sagt: „In absoluten Zahlen steigt die Armut in Hamburg wahrscheinlich nicht so stark, wie an anderen Stellen. Gleichwohl gibt es Menschen, die müssen mit sehr wenig auskommen und bei denen muss es uns darum gehen auch mit diesen Menschen immer in Kontakt zu sein, Gesprächsanlässe zu schaffen, weil die Isolation ist fast noch schlimmer als das nicht Vorhandensein von Geld.“

 

Andreas Geerken / Catharina Tomm

 

Mag ich