Neue Studie: Norddeutsche sterben früher als Süddeutsche


Das Max-Planck-Institut hat 402 deutsche Landkreise im Bezug auf die Lebenserwartung ihrer Bewohner miteinander verglichen. Die Unterschiede sind erstaunlich: Die Lebenserwartung der Männer schwankt je nach Wohnort um fünf Jahre, bei den Frauen sind es fast vier Jahre. Für die Norddeutschen sind die Ergebnisse ernüchternd.

Das Schlusslicht: Bremerhaven


Männer aus Bremerhaven haben laut Studie die niedrigste Lebenserwartung in ganz Deutschland. Im Schnitt werden sie nur 75,8 Jahre alt. In München werden Männer gut 5 Jahre älter, der Landkreis ist damit bundesweiter Spitzenreiter.
 
Auch die Landkreise Helmstedt, Uelzen und Wilhelmshaven fallen bei den Männern durch eine niedrigere Lebenserwartung auf. Bei den Frauen ist die Lebenserwartung in den Landkreisen Aurich und Leer in Ostfriesland sowie Helmstedt und Salzgitter besonders gering. Im bundesweiten Durchschnitt werden Frauen 83,3 Jahre alt.

Hamburg und Schleswig-Holstein im Mittelfeld

Die Landkreise in Schleswig-Holstein landen im unteren Mittelfeld: Am geringsten ist die Lebenserwartung der schleswig-holsteinischen Frauen in Flensburg und der Männer in Steinburg, am höchsten für Frauen in Stormarn und Männer in Plön.
 
Hamburg liegt immerhin im oberen Mittelfeld: Frauen sterben hier im Schnitt mit 84 Jahren, die Männer mit 78,88 Jahren.


Warum gibt es so erhebliche Unterschiede?


Starken Einfluss hat laut Studie die Arbeitslosenquote und die Anzahl der Hartz-IV-Empfänger in einem Landkreis. Die Forscher haben Sterbedaten der Jahre 2015 bis 2017 ausgewertet und daraus deutschlandweit die Lebenserwartungen geschätzt. Regionale Unterschiede führen Forscher vor allem auf Armut zurück.

Laura Küsel

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