Mutmaßlicher Kirmes-Mörder von Sögel nach 24 Jahren vor Gericht

 

Elke S. ist im August 1995 auf dem Heimweg von einem Kirmes-Besuch in Sögel, doch sie kommt nie zuhause an. Klar ist: Die Frau wird getötet. Seit 24 Jahren sucht die Polizei nach ihrem Mörder, nun steht der Verdächtige Siegfried K. in Osnabrück vor Gericht. Doch sein Anwalt sagt, er sei es nicht gewesen.

Warum trotzdem DNA vom Angeklagten bei Elke S. gefunden wurde, sehen Sie im Video.

 

Opfer war 24 Jahre alt

 

Lange hatten die Ermittler keine Spur in dem Fall. Elke S. war erdrosselt worden. Offenbar hatte der Täter versucht, die 24-Jährige abseits der Straße zu vergewaltigen, doch sie hatte sich gewehrt. Weiter kamen die Ermittler in Sögel damals nicht. Bis in diesem Jahr DNA-Spuren an der Kleidung erneut untersucht wurden und der heute 65-jährige Siegfried K. als möglicher Täter in Frage kommt. Seine Daten waren wegen anderer Straftaten schon in der Kartei.

 

Mutmaßlicher Täter ist mehrfach vorbestraft und saß schon im Gefängnis

 

Der Angeklagte Siegfried K. ist Bauarbeiter und kommt aus Freren, einer Kleinstadt nahe dem Tatort. In den vergangenen Jahren war er der Polizei immer wieder aufgefallen. Der 65-Jährige ist wegen versuchter Vergewaltigung und versuchten Diebstahls mit Körperverletzung vorbestraft. Nachdem er versucht hatte, eine Bank zu überfallen, saß er sieben Jahre im Gefängnis, kam 2018 wieder frei. Seit dem Sommer 2019 ist er wieder in Untersuchungshaft.

 

Beim Prozessstart schweigt er

 

Siegfried K. gibt beim Auftakt am Landgericht Osnabrück weder die Tat zu, noch streitet er sie ab. Auf RTL-Reporter Jan Flemming wirkte der Angeklagte gelassen: "Er scheint ein einfacher Mann zu sein, ist weder nervös noch verängstigt." Nur sein Anwalt gab eine Erklärung ab, er hält seinen Mandanten für unschuldig.

 

Nicht nur die Ermittler wollen den Mörder finden

 

Es ist ein ungewöhnliches Verfahren, weil die Tat schon so lange her ist. Im Laufe des Prozesses werden Beamte befragt, die damals mit dem Fall beschäftigt waren. Auch die Angehörigen von Elke S. wollen Gewissheit, was mit der 24-Jährigen passiert ist. Ihre Mutter und ihr Bruder sind Nebenkläger im Prozess, treten beim Auftakt dem mutmaßlichen Mörder aber nicht gegenüber. Denn auch 24 Jahre nach der Tat ertragen die beiden laut ihrem Anwalt nicht, ins Gericht zu kommen.

 

Jan Flemming/Mareike Baumert

 

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