Mord an Stewardess in Hannover: „Nie im Leben hätte ich das gedacht“

 

Im Januar stirbt Sophie N. (23) in ihrer Wohnung in Hannover-Südstadt – gewaltsam. Am nächsten Tag meldet sich der heute 35-jährige Patrick S. bei der Polizei und gesteht: „Ich habe einen Menschen getötet.“ Er soll ihr Stalker gewesen sein und hat sie laut Anklage mit einem Messer umgebracht, weil sie seine Liebe nicht erwiderte.  Seit Juli läuft der Prozess, jetzt haben die Eltern des Angeklagten ausgesagt.

 

„Ich habe mit ihm Fahrradfahren geübt“

 

Der Vater von Patrick S. beschreibt am Landgericht Hannover ein früher harmonisches Familienleben. Patrick ist das einzige Kind, macht sein Abitur, geht studieren. „Wir haben ihn sehr liebevoll großgezogen“, sagt der Vater aus. Doch irgendwann verändert sich die Beziehung, Patrick zieht sich immer weiter zurück. Trotzdem wohnt er bis zur Tat immer noch zuhause.

 

„Ich muss dir was erzählen…“

 

Von Sophie, die der Angeklagte gestalked haben soll, wusste der Vater nichts. Bis zu dem Tag, als der Sohn aus dem Bad kommt und darum bittet, zur Polizei gefahren zu werden. „Ich habe eine Frau erstochen“, sagt er. Auch die Mutter, die später aussagt, hat noch sehr deutliche Erinnerungen an diese Situation. „Ich wollte das nicht, es tut mir so leid“, soll Patrick gesagt haben.

 

Ist Patrick S. doch kein Brutalo-Killer?

 

Während der Vater vor Gericht ruhig und sachlich bleibt, fällt es der Mutter deutlich schwerer, über das Geschehene zu sprechen. Und auch ihr Sohn auf der Anklagebank weint. Während seiner Zeit im Gefängnis bittet er seinen Vater, das Grab von Sophie N. ausfindig zu machen und dort Blumen abzulegen. „Ich habe jeden Tag geweint, bin völlig am Ende gewesen. Ich kann mir das nicht erklären“, sagt der Vater. Auch die Mutter ist noch schockiert, berichtet von Alpträumen ihres Sohnes. „Nie im Leben hätte ich das gedacht“, sagt sie zu dem Mord-Vorwurf.

 

Wird verschmähte Liebe zu Mord?

 

Patrick S. wird ein grausamer Mord und Stalking vorgeworfen. 2017 lernen er und das spätere Opfer sich kennen. Für sie reicht ein freundschaftlicher Kontakt, er will mehr. Ruft teilweise mehr als 160 Mal bei ihr an. Und soll sich dann, im Januar 2019, Zugang zu ihrer Wohnung in der Südstadt von Hannover verschafft haben, sie mehrfach ins Gesicht geschlagen haben. Schließlich soll er ihr mit einem Messer in den Hals gestochen haben, was zum unmittelbaren Tod führte. Jetzt droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

 

Charlott Gawlik/Daniel Kandora

Patrick S. soll Sophie N. ermordet haben
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