Misshandelte Hündin Betty: So geht es ihr jetzt

 

Anfang des Monats wird Hündin Betty schwer verletzt in einer Tierarztpraxis in Delmenhorst abgegeben. Sie hat Wunden am ganzen Körper, ihre Ohren wurden vermutlich abgebissen. Seitdem kümmern sich Praxismitarbeiter und viele Freiwillige rührend um Betty.

 

Erste Operation

 

Am Montag wurde sie erstmals geröntgt und operiert. "Wir haben das, was zusammen gehörte, zig mal genäht. Es wird aber wahrscheinlich eine weitere Operation fällig sein", sagt Tierärztin Dr. Angelika Hoffmann über Betty, deren Ohren völlig zerfetzt sind – vermutlich durch den Angriff eines anderes Hundes. Das Schlimmste sei inzwischen überstanden, doch die Hündin wird vermutlich noch bis Weihnachten in der Praxis aufgepäppelt. Erst dann könne sie an jemanden vermittelt werden.

 

Im Video sehen Sie, wie sich Betty in ihrer neuen Umgebung verhält.

 

Große Hilfsbereitschaft

 

Bettys Behandlung ist teuer – und damit es ihr nach den schlimmen Erlebnissen in Zukunft an nichts mehr fehlt, spenden viele Menschen Geld. Mehr als 9000 Euro sind bereits zusammen gekommen. Auf Facebook und Instagram informieren Bettys Unterstützer über Fortschritte, die die Hündin macht. Auch in der Tierarztpraxis gibt es täglich Besuch: "Es gibt so viele Menschen, die hier vorbei kommen. Am Tag sind es fünf bis zehn Leute. Die einen bringen 50, die anderen bringen 5 oder 10 Euro", sagt Mitarbeiterin Yvonne Preiß.

 

Was ist Betty passiert?

 

Nach Erkenntnissen der Tierarztpraxis ist Betty ein American Bully Pocket. Sie trägt einen eingepflanzten Chip, der offenbar aus den USA stammt. "Man weiß, dass sie aus den USA eingeführt wurde. Dass sie zehn Jahre alt ist und dass sie nach Belgien verkauft wurde damals, für 3000 Euro. Die Leute haben fünf Jahre mit ihr gezüchtet“, sagt Dr. Angelika Hoffmann. Dann soll sie nach Hannover und nach Delmenhorst verkauft worden sein um weiter mit ihr zu züchten. Ihr Fundort an der Bundesstraße 212 bei Bookholzberg deutet auf einen Zusammenstoß mit einem Auto hin, doch Bettys Wunden sind so massiv, dass die Praxismitarbeiter vermuten, sie könnte bei einem Hundekampf so stark verletzt worden sein.

 

Polizei sucht weiter nach Hinweisen

 

Die Polizei ermittelt weiter wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. „Insgesamt erhoffen wir uns Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen. Eventuell auch Personen, die sich bei uns melden, die in diesem Zusammenhang verdächtige Fahrzeuge am Fundort gesehen haben. Da hoffen wir weiterhin noch auf Hinweise“, sagt Daniela Seeger von der Polizei Delmenhorst. Hinweise können unter der Telefonnummer 04221/15590 - auch anonym - abgegeben werden.

 

Grit Gadow / Roland Rickelmann

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