Metal-Märchen: Von der Mülldeponie in Kambodscha nach Wacken

 

VJ, Hing, Pheran und Pick – Das sind vier Jungs, die es von ganz unten bis ganz oben schaffen wollen. Die Teenager wuchsen in Kambodscha auf der größten Mülldeponie der Stadt auf. Jetzt verlassen sie zum ersten Mal ihre Heimat, um hier bei uns im Norden auf der ganz großen Bühne zu stehen!

Wie die Band in Kambodscha lebt und wie es sich für die Jungs anfühlt, plötzlich in Norddeutschland auf der Bühne zu stehen, sehen Sie im Video.


„Weil mir mit Metal Musik ein Ziel im Leben hatten!“



In Armut wachsen die vier Teenager im Königreich Kambodscha auf. Sie leben auf der größten Mülldeponie der Haupstadt Phnom Penh, teilweise ohne ihre Eltern auf und ohne Perspektive. Sie sammeln Müll, fühlen sich missachtet und werden aggressiv. Timon Seibel von der Wohltätigkeitsorganisation „Moms against poverty“ lernt die Teenanger kennen und nimmt sie mit zu einem Metal Konzert in der Hauptstadt - der Wendepunkt in ihrem Leben. „Wir fingen an Metal zu spielen, weil es einfach unserem Gefühl entsprochen hat“, erzählt der VJ, der Gitarrist der Band. „Weil wir mit Metal Musik ein Ziel im Leben hatten und es uns einfach half, nicht mehr so gestresst zu sein.“


Musik als Ventil


Die vier Jungs gründen schließlich selbst eine Band, die „Doch Chkae“. Auf Deutsch bedeutet dies „Hundeleben“, weil genau das ihr Leben bis dahin am besten beschreibt. Die Musik ist für die Vier ein Ventil: „Ich mag es, wenn ich ein Konzert habe und schreie. Dann hilft es mir, nicht zu viel nachzudenken und mir keine Sorgen zu machen und das macht mich fröhlich“, beschreibt Frontsänger Pheran das Gefühl. Leben können sie von ihrer Musik allerdings noch nicht, auch, weil Heavy Metal in Asien und auch in Kambodscha nicht gerade zu den kommerziell erfolgreichen Musikrichtungen gehört.


Mit Hilfe von Spenden geht es nach Wacken


Jetzt wird ihr großer Traum wahr: VJ, Hing, Pheran und Pick verlassen zum ersten Mal in ihrem Leben Kambodscha und dürfen auf dem größten Heavy-Metal-Festival der Welt auftreten. Die Wackenfoundation organisierte für „Doch Chkae“ und drei weitere Bands mit Hilfe von Spenden ihren großen Auftritt. Und die Jungs sind hin und weg. So viele neue Eindrücke und so viele Menschen. Am Freitag haben sie es endlich geschafft. Von den Slums von Kambodscha auf die ganz große Bühne und vor tausenden Metallern richtig abrocken – eine echte Erfolgsgeschichte.


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Spenden können Sie auf das Konto der Wackenfoundation mit dem Stichwort „Cambodia“.
IBAN-Nr.: DE30 2169 0020 0008 6045 68
Bic-Swift: GENODEF1SLW

 

Kai Bülter / Catharina Tomm

 

 

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