Messerangriff auf 93-Jährige: Prozess um Altenpflegerin wird neu verhandelt

 

Miriam M. ist im März 2019 für versuchten Mord in Verbindung mit einem besonders schweren Raub zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sie hatte eine Seniorin überfallen und mehrfach auf ihr Opfer eingestochen. Doch heute wurde am Hamburger Landgericht neu über die Strafe verhandelt.

 

Wie emotional die Täterin vor Gericht reagierte, erfahren Sie im Video.

 

Mit 32 Stichen verletzt

 

Im April 2018 klingelte die ehemalige Altenpflegeschülerin Miriam M. bei der Seniorin in einem Pflegeheim in Hamburg-Poppenbüttel. An der Tür gab sie sich als Pflegerin aus. Als die 93-Jährige sie in ihre Wohnung ließ, stach sie auf ihr Opfer ein. Anschließend erbeutete sie 405 Euro. Die Seniorin blieb mit 32 Stich- und Schnittwunden zurück und überlebt nur knapp. Seit dem Messerangriff ist die alte Dame pflegebedürftig.

 

Strafe ist nicht ausreichend begründet

 

Das Gericht entschied sich 2019 für eine lebenslange Haft, da die Seniorin nur durch einen glücklichen Zufall überlebte. Diese Entscheidung ist nach Meinung des Bundesgerichtshofes allerdings nicht ausführlich genug im Urteil begründet. Jetzt muss eine andere Strafkammer des Hamburger Landgerichts neu über die Strafe entscheiden.

 

Vor Gericht zeigt die Täterin Reue

 

Dabei soll auch der psychische Zustand der heute 41-jährigen Täterin berücksichtigt werden. Kurz vor der Tat hatte sie zum zweiten Mal die Ausbildung zur Krankenpflegerin abgebrochen und rund 17.000 Euro Schulden. Vor Gericht betonte sie weinend, dass sie die Tat zutiefst bereue. „Ich wollte nie jemanden verletzen, schon gar nicht so schwer.“ Sie sei aus ihrem finanziellen und psychischen Loch nicht mehr herausgekommen.

 

Heute hat Miriam M. ihren Psychiater von seiner Schweigepflicht befreit. Er soll in einer Stellungnahme erklären, wie er ihren psychischen Zustand einschätzt. Am 24. März wird der Prozess fortgesetzt.

 

Elena Rosemeyer / Luisa Ziegler

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