Mehr als 100 neue Corona-Fälle: Darum steht ein Hochhaus in Göttingen unter Quarantäne

 

Es ist bereits der zweite Corona-Ausbruch in einem Hochhaus in Göttingen: Nachdem Ende Mai im sogenannten Iduna-Zentrum etwa 60 Neuinfektionen festgestellt wurden, müssen jetzt alle Bewohner eines Hochhauses in der Nähe für mindestens eine Woche in Quarantäne. Nachdem zwei Bewohnerinnen im Rahmen einer Routine-Untersuchung positiv auf das Virus getestet worden waren, hatte die Stadt Massentests für alle Bewohner angeordnet. Aktuell gibt es demnach mehr als 100 neue Fälle!

Wie die Bewohner auf die Quarantäne-Anordnung reagieren, sehen Sie im Video.

 

Eine "angemessene" Maßnahme

 

Für viele Bewohner kommt die Quarantäne anscheinend überraschend. Ein Bewohner erklärt gegenüber RTL Nord, er habe erst aus der Presse von der Anordnung gehört. Die Stadt erklärt auf ihrer Website: „Diese Entscheidung war vor dem Hintergrund des massiven Eingriffs in Grundrechte intensiv abgewogen worden. Aufgrund der hohen Positiv-Zahlen der ersten Testergebnisse wird sie als notwendig, angemessen und verhältnismäßig bewertet.“

 

Apotheke und Essen "to Go"

 

Damit sich durch die Quarantäne das Virus innerhalb des Komplexes nicht noch weiter ausbreiten kann, sollen Flure, Treppenhäuser und Fahrstühle jetzt täglich gereinigt und desinfiziert werden. Die Bewohner können sich bei Fragen an ein Infomobil vor Ort oder an ein Bürgertelefon wenden. Ebenfalls soll es ein mobiles Versorgungszentrum mit angeschlossener Apotheke geben - und auch Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs sollen während der Quarantäne-Zeit zur Verfügung stehen.

 

Lockdown statt Lockerungen?

 

Durch die vielen neuen Fälle ist die sogenannte 7-Tage-Inzidenz auf etwa 45 angestiegen. Dieser Wert sagt aus, wie viele Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen pro 100.000 Einwohner registriert wurden. Ab einem Wert von 50 müssen betroffene Städte oder Landkreise neue Beschränkungen verhängen. In Göttingen will man entsprechende Maßnahmen je nach Erkenntnislage ergreifen. 

Die Stadt empfiehlt allen Bürgern dringend, "im öffentlichen Raum im Stadtgebiet einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen."

 

Daniel Kandora

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